Luftverkehr:Geschäftsreisende kehren zurück

Luftverkehr: Das Urlaubsgeschäft lief gut: In den drei Sommer-Monaten beförderte Eurowings 82 Prozent mehr Passagiere als im Krisenjahr 2020.

Das Urlaubsgeschäft lief gut: In den drei Sommer-Monaten beförderte Eurowings 82 Prozent mehr Passagiere als im Krisenjahr 2020.

(Foto: Jessy Asmus)

Im Sommer hat Lufthansa-Tochter Eurowings von der starken Nachfrage von Urlaubern profitiert. Nun hofft die Airline auf gute Umsätze mit Geschäftsreisenden im Herbst.

Von Jens Flottau, Frankfurt

Beim Lufthansa-Ableger Eurowings zieht die Nachfrage nach Geschäftsreisen zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder stark an. Laut Eurowings-Chef Jens Bischof hat sich die Zahl der Buchungen in den letzten Wochen verdoppelt, ein Trend, der sich seiner Ansicht nach im Herbst fortsetzen wird. Für eine Ergebnisprognose sei es aber zu früh.

Eurowings hat schon in den vergangenen drei Monaten von einem starken Sommergeschäft profitiert, das allerdings vor allem von Urlaubern und dem starken Nachholbedarf in den Sommerferien getragen war. In den drei Sommermonaten beförderte Eurowings rund drei Millionen Passagiere, 82 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des schlimmsten Krisenjahres 2020. Für den Aufwärtstrend bei Eurowings und der Branche insgesamt aber ist entscheidend, ob auch die Geschäftsreisenden wieder in größerer Zahl, wenn auch nicht auf Vorkrisenniveau zurückkehren.

Die Günstig-Airline des Konzerns schreibt seit Jahren aus unterschiedlichen Gründen hohe Verluste, zuletzt vor allem wegen der Corona-Pandemie. Bischof hat die Strategie deutlich verändert und ein rigides Sparprogramm durchgesetzt. Unter anderem hat Eurowings die Ferien-Langstrecken an die separate Eurowings Discover abgegeben und sich sehr aus dem innerdeutschen Geschäft zurückgezogen. Stattdessen setzt die Airline auf beliebte Ferienziele wie die Kanaren und Mallorca und Flüge nach Mittel- und Osteuropa, die von den Gästen vor allem für Familienbesuche genutzt werden. Die dritte Säule sind europäische Geschäftsreiseziele.

Wegen der nun wieder stärkeren Nachfrage rechnet Bischof damit, dass Eurowings im Jahr 2022 wieder 90 bis 100 Prozent der Vorkrisen-Kapazität erreicht. Im Herbst fliegt die Airline mit 81 Flugzeugen, 2022 sollen es bis zu 115 werden. 500 bis 800 neue Mitarbeiter werden eingestellt.

Eurowings will auch mit Basen außerhalb von Deutschland expandieren. Im Oktober werden die ersten Flugzeuge in Prag stationiert. 2022 soll mindestens eine weitere Basis dieser Art folgen. 20 bis 30 der 115 Maschinen könnten dann an den beiden Stationen eingesetzt werden. Nachdem Eurowings in der Krise alle extern angemieteten Maschinen (sogenannte Wet-Leases) gestrichen hatte, will sie bald wieder mit Partner-Fluggesellschaften zusammenarbeiten, um die Verkehrsspitzen abzudecken.

© SZ
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