Luftverkehr - Dietzenbach:Fluglärm: Kaum Auswirkungen auf soziale Probleme in Kommunen

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Luftverkehr - Dietzenbach: Ein Flugzeug setzt zum Landeanflug an. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
Ein Flugzeug setzt zum Landeanflug an. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Dietzenbach (dpa) – Fluglärm hat einer wissenschaftlichen Studie zufolge kaum Auswirkungen auf die Sozialstruktur von Kommunen im Rhein-Main-Gebiet. Die Untersuchung zu den Einflüssen des Frankfurter Flughafens auf Leben, Arbeiten und Wohnen in der Region wurde am Donnerstag in Dietzenbach (Kreis Offenbach) vorgestellt. Demnach besteht kein ursächlicher Zusammenhang zwischen erhöhter Belastung durch Fluglärm sowie sozialer Benachteiligung und sozialen Problemen in Kommunen, wie René Lehweß-Litzmann vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen sagte. Es gebe auch keinen Nachweis für die Bildung sozialer Brennpunkte. Allerdings bevorzugten einkommensstarke Menschen weiter vom Airport entfernt liegende, ruhigere Wohngegenden. 

Wesentlich deutlicher als soziale Entwicklungen beeinflusst der Flughafen den Arbeitsmarkt. Das zeigt die Analyse auf Basis von Daten aus dem Jahr 2016. Demnach lag in einigen Gemeinden der Anteil der vom Flughafen direkt und indirekt abhängigen Beschäftigten bei mehr als 60 Prozent. Spitzenreiter war das hessische Erlensee mit 70 Prozent.

Der Untersuchung zufolge waren rund 80.000 Menschen am Flughafen beschäftigt. Die meisten von ihnen arbeiteten in der Verkehrs- und Logistikbranche, gefolgt von Handel und Gastgewerbe. Vollzeitjobs überwogen. Allerdings stellten die Wissenschaftler auch fest, dass Leiharbeit am Airport verbreiteter war als im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Das von den Unternehmen am Airport gezahlte durchschnittliche Bruttojahresgehalt beziffert die Studie auf 42.200 Euro, das waren etwa 3000 Euro mehr als im bundesweiten Schnitt. 

Die Studie erfasst 112 Kommunen in Hessen und Rheinland-Pfalz. Sie ist Teil des Mediationsverfahrens, das Befürworter und Kritiker des Flughafenausbaus vor etlichen Jahren miteinander vereinbart hatten. Auftraggeber ist das dem Land Hessen gehörende Umwelt- und Nachbarschaftshaus. Erarbeitet wurde die Analyse von der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung aus Osnabrück und dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen.

© dpa-infocom, dpa:220713-99-11618/4

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