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Luftverkehr:Airbus kürzt Produktion

Der europäische Konzern baut ein Drittel weniger Passagierflugzeuge.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat angesichts der einbrechenden Nachfrage entschieden, die Produktion der Passagierflugzeuge um rund ein Drittel zu reduzieren. Die Entscheidung werde "in den kommenden Wochen" umgesetzt, so Konzernchef Guillaume Faury. Kurzfristig bedeute dies Kurzarbeit in den großen Werken, für Prognosen über längerfristige Folgen für die Arbeitsplätze sei es noch zu früh. Es sei denkbar, dass die Produktion im Jahr 2021 wieder ausgeweitet werde.

Airbus hatte im ersten Quartal zwar immer noch 122 Flugzeuge ausgeliefert, 36 davon noch im März, als die Coronavirus-Pandemie schon den Luftverkehr in weiten Teilen der Welt lahmgelegt hatte. Doch die Fluggesellschaften haben 60 gebaute Flugzeuge nicht übernommen, weil sie sich es finanziell nicht mehr leisten konnten.

"Unsere Industrie gehört zu den am stärksten betroffenen Sektoren", so Konzernchef Faury. "Wir müssen an die Lage realistisch und proaktiv herangehen und die Produktion an die neue Realität anpassen." Die Krise werde "wahrscheinlich lange dauern." Dennoch deutete Faury an, dass er nicht unbedingt damit rechnet, die Produktion noch einmal drastisch senken zu müssen, sondern dass der Airbus-Konzern vielmehr versuchen wird, das nun beschlossene Niveau zu halten.

Statt bislang mehr als 60 Kurz- und Mittelstreckenmaschinen der A320- und A320neo-Baureihe will Airbus künftig durchschnittlich pro Monat nur noch 40 der Jets bauen. Die Produktionsrate der Langstreckenmaschinen A330neo und A350 wird von auf zwei respektive sechs pro Monat reduziert. Bislang wollte Airbus im Jahr 2020 insgesamt 40 A330/A330neos und zwischen neun und zehn A350 pro Monat bauen.

Betroffen sind von den Schritten alle Werke, vor allem die Haupt-Standorte in Toulouse und Hamburg, wo ein Großteil der Kurz- und Mittelstreckenmaschinen montiert werden. Laut Faury werden aber keine Werke geschlossen. Airbus will Entwicklungsarbeiten an neuen Modellen fortsetzen, vor allem an der A321XLR, einer Langstreckenversion des Erfolgsmodells A321neo. Arbeiten an Zukunftstechnologien wie elektrisch angetriebenen Flugzeugen würden aber verlangsamt, da Airbus alle "nicht absolut notwendigen Kosten" reduzieren möchte.

© SZ vom 09.04.2020

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