Der Streik der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (UFO) hat die Lufthansa am Freitag schwer getroffen – die Fluggesellschaft musste mitten in den Osterferien die Mehrzahl ihrer Flüge streichen. Lufthansa Airlines-Chef Jens Ritter betonte nun in einem intern verbreiteten Interview, die Fluglinie werde an ihren Umbauplänen nichts ändern.
„Wir werden im Konzern und auch bei Lufthansa Airlines nur dort wachsen, wo wir Gewinne erwirtschaften“, so Ritter. „Alles andere macht betriebswirtschaftlich keinen Sinn und ist damit nicht zu verantworten. Und wir werden uns davon auch nicht durch Streikaufrufe abbringen lassen.“ Die Kernmarke des Konzerns hat zuletzt jahrelang Verluste geschrieben und erst im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder einen kleinen Gewinn ausgewiesen. Ein Sanierungsprogramm läuft, aber derzeit sind andere Tochtergesellschaften wie Lufthansa Technik, Swiss oder Eurowings deutlich profitabler.
Ritter kritisierte die Gewerkschaft deutlich für den Streik zum aktuellen Zeitpunkt. „Wir stehen an einem Scheideweg und müssen uns überlegen, welchen Weg wir einschlagen“, so der Airline-Chef. „Die Welt ist in Aufruhr mit Kriegen und Krisen und all den dramatischen Folgen auch für uns – und wir erleben einen Streikaufruf einer Gewerkschaft am Oster-Rückreisewochenende. Das war bisher undenkbar.“

Lufthansa Airlines leidet unter den in Jahrzehnten gewachsenen komplizierten und teuren Strukturen – sowohl was die Organisation angeht als auch die Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. „Die Vereinbarungen und Regelungen der Vergangenheit passen einfach nicht mehr zur aktuellen Zeit und zu unserer finanziellen Lage“, findet Ritter. „Das ist eine Realität, die wir akzeptieren müssen.“ Derzeit verlagert Lufthansa intern schon immer mehr Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge von Lufthansa Airlines zu günstigeren Ablegern wie Discover oder City Airlines.

