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Tarifstreit:Gewerkschaft Ufo droht mit weiteren Streiks bei der Lufthansa

Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa

Flugbegleiter haben sich zu einer Kundgebung vor dem Terminal am Münchner Flughafen versammelt.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Die Aufrufe könnten auch über die Feiertage jederzeit erfolgen. Bis einschließlich dem zweiten Weihnachtsfeiertag werde aber nicht gestreikt.

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa hat die Kabinengewerkschaft Ufo mit weiteren Streiks gedroht. Nach den Weihnachtstagen seien jederzeit kurzfristig Streikaufrufe möglich, teilte Ufo am Sonntagabend nach Gesprächen zwischen der Gewerkschaft, Lufthansa und den designierten Schlichtern in Frankfurt mit.

Der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr sagte, es sei ein Versuch unternommen worden, einen glaubwürdigen und vor allem rechtssicheren Lösungsweg zu finden mithilfe der designierten Schlichter. "Das hat nicht geklappt", sagte Flohr. "Wir sind gescheitert mit diesem Versuch." Gründe nannte er nicht. Ufo werde zu weiteren Streiks aufrufen. Die Weihnachtsfeiertage seien davon aber ausgenommen: "Aber ab jetzt ist es jederzeit möglich, dass wir verkünden, wann gestreikt wird." Zuvor hatten die beiden Schlichter - der frühere Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise, und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) - die seit Monaten zerstrittenen Tarifparteien zu einem weiteren Schlichtungsvorgespräch eingeladen. Dabei sollte der Umfang der Themen festgelegt werden.

Lufthansa hat nach Bekunden des Konzerns weiter "die Erwartung, dass es zu guten Lösungen für die 22 000 Kabinenmitarbeiter kommen kann, was die Schlichtungsthemen angeht". Zu den Inhalten der jüngsten Gespräche sei Stillschweigen vereinbart worden. Seitens der Schlichter sei ein weiterer Gesprächstermin für Anfang Januar vorgeschlagen worden.

Die Konfliktparteien hatten sich am vergangenen Mittwoch in Frankfurt mit den Schlichtern beraten, aber keinen Durchbruch erreicht. Es sollte ausgelotet werden, ob es zu einer "kleinen Schlichtung" ausschließlich über die Tarifthemen der Kernmarke Lufthansa komme oder zu einer "großen Schlichtung", in der es noch um grundsätzliche Fragen der Zusammenarbeit von Unternehmen und Gewerkschaft gehen würde.

Ufo und Lufthansa hatten sich einen heftigen Streit über die Tariffähigkeit der Gewerkschaft geliefert, auch vor Gericht. Teil des Streits ist Nicoley Baublies, der früher Ufo-Chef war und aktuell als "Beauftragter" des Ufo-Vorstands tätig. In der Lufthansa-Mitteilung an die Beschäftigten hieß es, die Ufo knüpfe den Eintritt in eine große Schlichtung "unter anderem an eine Vorab-Regelung für die Ufo selbst sowie an persönliche, finanzielle und rechtliche Belange ihres Vorstandsbeauftragen". Die Ufo wies dies als falsch zurück und warf der Lufthansa ihrerseits vor, ein "Platzen der Schlichtung so hinzustellen, als wären es unlautere Vorabbedingungen der Ufo, die dafür verantwortlich sind".

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November 1500 Flüge mit 200 000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

© SZ vom 23.12.2019 / dpa
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