LufthansaStreik der Flugbegleiter trifft Tausende Urlauber

Lesezeit: 1 Min.

Eine Anzeigetafel am Münchner Flughafen informiert über den Streik.
Eine Anzeigetafel am Münchner Flughafen informiert über den Streik. ven Hoppe/dpa

Es ist nach zwei Pilotenstreiks der dritte große Streik in diesem Jahr bei Deutschlands größter Fluggesellschaft. Warum der Tarifstreit eskaliert und was betroffene Reisende jetzt tun können.

Am Ende der Osterreisewelle ist das Kabinenpersonal der Lufthansa in einen Streik getreten, der zu Hunderten Flugausfällen führt. Seit Mitternacht sollen die rund 20 000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter die Arbeit ruhen lassen. Dazu hat die Kabinengewerkschaft UFO aufgerufen, um in mehrere festgefahrene Tarifkonflikte bei der Lufthansa Kerngesellschaft und der Regionaltochter Lufthansa Cityline Bewegung zu bringen.

Es ist nach zwei Runden mit Pilotenstreiks bereits der dritte große Streik in diesem Jahr bei Deutschlands größter Fluggesellschaft. Lufthansa hat zwar Gegenmaßnahmen angekündigt, gleichzeitig aber bereits vor Beginn des Ausstands Hunderte Flüge gestrichen.

Streiks bei der Lufthansa
:Was Flugreisende jetzt wissen müssen

Lufthansa-Passagiere müssen sich auf weitere Flugausfälle einstellen: Bis einschließlich Freitag sind Streiks beim Kabinenpersonal und bei den Piloten angekündigt. Welche Rechte Passagiere bei Annullierungen und Verspätungen haben.

SZ PlusVon Eva Dignös

Am größten Drehkreuz in Frankfurt am Main wurden von knapp 350 geplanten Lufthansa-Abflügen rund 75 Prozent gestrichen, wie der Plan des Flughafens zeigt. Ähnlich sah es am letzten Tag der Osterferien bei den Landungen aus.

Hohe Zustimmung der Beschäftigten für Arbeitskampf

Betroffen sind an diesem Freitag bis 22 Uhr Hunderte Abflüge. Bestreikt werden offiziell nur die Starts in Deutschland an den Drehkreuzen München und Frankfurt sowie an zahlreichen anderen Flughäfen wie Leipzig/Halle, Berlin oder Stuttgart. Weil in der Folge die Maschinen an ausländischen Zielen fehlen, dürften aber auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlaubern zunächst ausfallen.

Flugzeuge der Lufthansa stehen am Flughafen München auf dem Vorfeld.
Flugzeuge der Lufthansa stehen am Flughafen München auf dem Vorfeld. Sven Hoppe/dpa

Den Passagieren rät Lufthansa, sich über ihren Flug zu informieren. Die Tickets können umgebucht oder erstattet werden. Weiterhin stehen den Fluggästen bei Verspätungen von über drei Stunden Entschädigungen zu. Auch muss die Airline für alternativen Transport, Verpflegung und Unterkunft sorgen.

Dem Streik waren ein Warnstreik und eine Urabstimmung vorausgegangen. Diese ergab eine hohe Zustimmung der Beschäftigten für einen Arbeitskampf. In dem Konflikt geht es um die Verhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und nach UFO-Angaben um die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen, hieß es.

© SZ/dpa/berj - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

MeinungLufthansa
:In einer so dramatischen Lage zu streiken, ist nicht klug

SZ PlusKommentar von Jens Flottau

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: