LuftfahrtMassive Einschnitte bei der Lufthansa-Flotte

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Eine Maschine der Lufthansa-Regionaltochter Cityline landet am Münchner Flughafen.
Eine Maschine der Lufthansa-Regionaltochter Cityline landet am Münchner Flughafen. Michael Bihlmayer/IMAGO

Deutlich gestiegene Kerosinpreise und anhaltende Arbeitskämpfe sorgen für einen schnelleren Umbau. Der Konzern legt Flugzeuge der Tochter Cityline bereits ab Samstag still.

Von Jens Flottau, Frankfurt

Die stark gestiegenen Kerosinkosten und der ungelöste Konflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben Folgen für die Lufthansa: Der Konzern hat nun beschlossen, die Flotte der Kernmarke Lufthansa Airlines zu verkleinern und nun auch auf der Langstrecke mehr Geschäft auf neue Tochtergesellschaften zu verlagern. Die Lufthansa teilte am Donnerstag mit, wegen der deutlich gestiegenen Kerosinpreise „sowie steigender Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen“ werde die Umsetzung der Unternehmensstrategie „in Teilen vorgezogen“.

Die Einschnitte kommen in mehreren Schritten über den Sommer und betreffen zunächst vor allem Lufthansa Airlines und die Regionaltochter Lufthansa Cityline. Die aktuell 27 Flugzeuge der Cityline werden schon von Samstag an „endgültig“ aus dem Programm genommen. Die Fluglinie, die mit vorwiegend kleineren Maschinen unterwegs ist und Zubringerdienste für die Drehkreuze in München und Frankfurt betreibt, ist schon seit Jahren defizitär. Sie sollte eigentlich erst von 2027 an geschlossen und durch die neu gegründete City Airlines vollständig ersetzt werden. City Airlines betreibt im Durchschnitt deutlich größere Flugzeuge und hat günstigere Personalkosten. Zuletzt hatte Lufthansa den Cityline-Mitarbeitern angeboten, zu den bestehenden Bedingungen zu wechseln, und diese auch über mehrere Jahre zu garantiert.

Mit dem Ende des Sommerflugplans wird Lufthansa zudem die letzten vier Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A340-600, die besonders unwirtschaftlich sind, ausmustern. Hinzu kommen zwei ebenso alte Boeing 747–400. Im Winterflugplan wird Lufthansa Airlines fünf Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge abbauen, dies war allerdings bereits geplant.

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Lufthansa kämpft nicht nur mit hohen Treibstoffkosten, ihr und den anderen europäischen Fluglinien droht wegen der derzeitigen Blockade der Straße von Hormus auch ein Kerosinmangel. Die Internationale Energieagentur (IAE) warnte, die Vorräte in Europa reichten vielleicht noch für sechs Wochen. Danach sei damit zu rechnen, dass Airlines Flüge werden streichen müssen.

Vor allem die Entscheidung, nun weitere Langstreckenjets vom Typ A350-900 an die Konzerntochter Discover Airlines zu vergeben (und nicht an Lufthansa Airlines), dürfte man als klares Signal an die Vereinigung Cockpit werten: Lufthansa reagiert auf die Streiks damit, noch mehr künftiges Wachstum auf andere Flugbetriebe zu verlagern. Die Kernmarke hat jahrelang Verluste geschrieben und leidet unter anderem unter den hohen Personalkosten, insbesondere im Cockpit.

Discover sollte bislang von 2027 an nur vier der modernen Großraumflugzeuge bekommen und damit Langstrecken fliegen, die Lufthansa Airlines selbst nicht mehr profitabel betreiben kann. Der Konzern hat noch 21 A350-900 und 15 größere A350-1000 bestellt, von denen die erste Maschine im Herbst dieses Jahres ausgeliefert werden soll.

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und die Vereinigung Cockpit haben seit vergangenem Freitag (mit Ausnahme des Wochenendes) mit Streiks den Flugbetrieb in großen Teilen lahmgelegt. UFO fordert unter anderem bessere Arbeitsbedingungen bei Lufthansa Airlines und einen Sozialplan bei Cityline, den Lufthansa nun angesichts der vorgezogenen Schließung auch verhandeln will. Die Piloten fordern drastisch höhere Arbeitgeberbeiträge zu ihren Betriebsrenten.

Finanzvorstand Till Streichert betonte, die Entscheidungen seien „angesichts der stark gestiegenen Kerosinkosten und der geopolitischen Instabilität unumgänglich“. Die aktuelle Krise zwinge Lufthansa dazu, die ohnehin vorgesehene Schließung der Cityline vorzuziehen. Dies sei mit Blick auf die Mitarbeiter „ein schmerzhafter Schritt“. Umso wichtiger sei es, „Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten im Konzern zu finden“.

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