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Coronavirus-Krise:Lufthansa spricht mit Regierungen über Staatshilfen

Die Airline erwägt, in bis zu vier Ländern Kredite zu beantragen: Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz. Bis zu 70 Prozent der Flüge könnten am Ende wegfallen.

Die Lufthansa-Gruppe will angesichts der dramatischen Folgen der Coronavirus-Krise in vier Ländern Staatshilfen beantragen. "Wir sprechen mit den Regierungen der Heimatmärkte über mögliche Staatshilfen", sagte ein Konzernsprecher am Freitag.

Die Gespräche mit den Regierungen Deutschlands, Belgiens, Österreichs und der Schweiz sind demnach bereits angelaufen. Es sind jene Länder, in denen die Fluggesellschaften Lufthansa, Brussels Airlines, Austrian und Swiss angesiedelt sind.

Von den üblicherweise 70 täglichen Langstreckenflügen in die USA finden ab dem Wochenende wegen der neuen Restriktionen der US-Regierung nur noch vier statt. Nach den Worten von Konzernchef Carsten Spohr wird die Lufthansa in den nächsten Tagen zwei Drittel der Flotte stillegen, darunter 150 Langstreckenflugzeuge. Weitere Maßnahmen würden geprüft. Unter anderem erwägt der Vorstand, einzelne Tochter-Airlines oder einzelne Drehkreuze zeitweise ganz zu schließen. Lufthansa betreibt die Umsteigeknoten in München, Frankfurt, Zürich und Wien. Sie könne die aktuelle Krise "auf jeden Fall länger als andere Airlines" durchhalten.

Konzernchef Spohr wollte darüber hinaus noch am Freitagabend an einer Runde von Wirtschaftsvertretern mit Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen, in der es um das neuartige Coronavirus und die Folgen für die Wirtschaft gehen solle. Die Bundesregierung hatte großen deutschen Unternehmen Kredite in unbegrenzter Höhe in Aussicht gestellt, um Pleiten zu verhindern.

Lufthansa hat für die Flugbegleiter in München und Frankfurt Kurzarbeit beantragt

Nähere Details zu den möglichen Staatshilfen waren zunächst nicht bekannt. Lufthansa hat für die Flugbegleiter in München und Frankfurt Kurzarbeit beantragt, auch für die Bodendienste steht dieser Schritt an. Auch der Frankfurter Flughafen bestätigte, für etwa 10 000 Mitarbeiter der Boden- und Sicherheitsdienste Kurzarbeit beantragen zu wollen. In Frankfurt fliegen derzeit jede Woche rund 45 Prozent weniger Passagiere ab. Fraport-Chef Stefan Schulte rechnet mit Rückgängen von bis zu 60 Prozent. Der Konzern will - anders als die meisten Fluggesellschaften - keine Investitionen zurückstellen und auch das neue Terminal 3 weiterbauen.

© SZ vom 14.03.2020/vit
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