Lufthansa:Bund verkauft wohl mit Plus

Lufthansa

Unten bleiben: Wegen der Pandemie sind sehr viele Flüge ausgefallen, die Lufthansa geriet in Not.

(Foto: dpa)

Der Verkauf der staatlichen Lufthansa-Aktien beginnt.

Der Bund will schon in den kommenden Wochen einen Teil seines im Zuge der Corona-Hilfsmaßnahmen übernommenen Aktienpakets an der Lufthansa abstoßen. "Vor dem Hintergrund der positiven Unternehmensentwicklung" werde der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) seinen Anteil von 20 Prozent um maximal ein Viertel reduzieren, teilte die Deutsche Finanzagentur mit. Der Verkauf sollte noch am Montag beginnen. Die Ankündigung drückte die Lufthansa-Aktie zwischenzeitlich um gut drei Prozent. Selbst zu diesem Preis würde der Bund mit dem rettenden Einstieg in der Corona-Krise jedoch einen Gewinn erwirtschaften.

Der WSF hatte die Beteiligung in Höhe von 20 Prozent als Teil einer milliardenschweren Stützungsaktion für die in Existenznot geratene Fluggesellschaft für 300 Millionen Euro erworben und war damit zum Hauptaktionär geworden. An der Börse ist das zum Nennwert von 2,56 Euro je Aktie erworbene Paket inzwischen mehr als das Dreifache wert. Allein mit dem Teilverkauf könnte der Staat etwa 250 Millionen Euro einnehmen.

Der WSF war eingerichtet worden, um wichtigen Unternehmen über die Corona-Krise hinwegzuhelfen. Der Lufthansa stand er allein mit sechs Milliarden Euro bei. Neben dem Aktienpaket gewährte der Bund ihr stille Einlagen von 5,7 Milliarden Euro, die die Fluggesellschaft aber erst zum Teil in Anspruch genommen hat.

Die Lufthansa-Aktien stehen schon länger unter Druck, weil die Fluggesellschaft eine Kapitalerhöhung angekündigt hat. Die Lufthansa und ihr Großaktionär wollen die Airline möglichst schnell wieder unabhängig vom Steuerzahler machen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will die Kapitalerhöhung möglichst noch im September umsetzen, um einen Teil der Finanzhilfe zurückzuzahlen. Der WSF ließ am Montag offen, ob und wie er sich daran als Aktionär beteiligen werde. Vor einer Beteiligung bräuchte der Bund erneut grünes Licht von der EU, da es sich um eine weitere Staatsbeihilfe handeln würde. Die Lufthansa hatte die Möglichkeit ins Gespräch gebracht, dass der Bund sich beteiligen könne, ohne erneut Geld dafür in die Hand zu nehmen, etwa indem er die Einnahmen aus dem Teilverkauf der Aktien verwendet.

© SZ vom 17.08.2021 / Reuters
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