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Lufthansa, Ärzte und Bahn zur Tarifeinheit:Das laute Echo eines Urteils

Kleine ganz groß: Durch die Aufhebung der Tarifeinheit haben Spartengewerkschaften mehr Macht. Welche Gefahren bei der Lufthansa, der Bahn und den Klinikärzten drohen.

Ein Betrieb, ein Tarifvertrag: So lautete das Prinzip, das seit Jahren die deutsche Arbeitswelt prägte. Das hat jetzt das Bundesarbeitsgericht in einem spektakulären Urteil gekippt. Gestärkt werden nun vor allem die kleinen Gewerkschaften, die in Konkurrenz zu den DGB-Organisationen für bessere Löhne kämpfen.

Marburger Bund bekraeftigt Gehaltsforderungen fuer Klinikaerzte

Nachdem das Bundesarbeitsgericht die Tarifeinheit gekippt hat, werden vor allem die kleinen Gewerkschaften gestärkt.

(Foto: ag.ddp)

Bedeutet dies das Ende der Solidarität unter den Arbeitnehmern? Drohen vielleicht sogar ständig Streiks? Arbeitgeber und DGB fordern in seltener Einmütigkeit gesetzliche Regelungen, um die Tarifeinheit zu sichern.

Im konkreten Fall ging es um einen Arzt: Er wollte weiterhin nach dem Ärzte-Tarifvertrag der Gewerkschaft Marburger Bund bezahlt werden und nicht nach dem Tarifvertrag, den die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mittlerweile für alle Klinikbeschäftigten ausgehandelt hatte.

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat dem Arzt nun Recht gegeben. Anders als die bisherige Rechtsprechung es vorsah, können jetzt in einem Betrieb mehrere Tarifverträge zugleich gelten.

Spartengewerkschaften wie der Marburger Bund, die Lokführergewerkschaft GDL, die Kabinengewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und die Vereinigung Cockpit der Piloten werden durch den Spruch der Erfurter Richter in ihrer Position gestärkt - mit unabsehbaren Folgen für die betroffenen Unternehmen und Branchen.

Beispiel: Deutsche Bahn