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Luftfahrtmesse in Le Bourget:Pannenserie vermiest Airbus die Verkaufsshow

Es sollte ein Spektakel für Europas Flugzeugkonzern werden, jetzt ist die Schadenfreude bei der Konkurrenz von Airbus groß. Auf der wichtigsten Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget hat ein A400M Triebwerksprobleme - und ein A380 streift ein Gebäude. Beide Flugshows sind abgesagt.

Bei Airbus ist die Stimmung eigentlich gut: Mit einer Flut von neuen Aufträgen rechnet der europäische Flugzeughersteller beim weltgrößten Branchentreff in Le Bourget nahe Paris. Doch gleich zwei Pannen verderben dem Unternehmen jetzt den Auftakt der Luftfahrtschau.

Airbus: Fliegen im Jahr 2050

Golfplatz in der Flugzeugkabine

Erst verboten die Veranstalter die Show-Flüge des A400M wegen Triebwerkproblemen. Der Militärtransporter werde zwar bei der Eröffnung am Montag im Überflug zu sehen sein, anschließend jedoch am Boden bleiben, teilte Airbus mit.

Wenige Stunden vor der Eröffnung am Montag streifte dann auch noch ein Mega-Flieger vom Typ A380 beim Einparken ein Gebäude. Auch dieses Modell darf jetzt nicht abheben. Ingenieure müssen den Schaden an der Tragflächenspitze des A380 begutachten. Airbus stufte ihn zunächst als "gering" ein.

Schon vor Messebeginn musste Airbus außerdem verkünden, dass sowohl Kurz- als auch Langversion des neuen High-Tech-Fliegers A350 zwei Jahre später ausgeliefert werden als geplant. Airbus-Manager Fabrice Brégier bestätigte entsprechende Berichte, wonach auf Kundenwunsch die Leistung der Langversion durch neue Triebwerke von Rolls-Royce erheblich gesteigert wird. Schon die Auslieferung des A380 hatte sich um mehrere Jahre verzögert - zum Unmut der Fluggesellschaften, die auf ihre Bestellungen warten mussten.

Der Flugzeug-Typ ist ein Konkurrent des neuen 787 Dreamliner des US-Rivalen Boeing, der nach Verspätungen im dritten Quartal 2011 erstmals ausgeliefert werden soll. Das europäische Unternehmen liegt im harten Konkurrenzkampf mit Boeing, die EADS-Tochter Airbus hat derzeit trotz der Probleme mit dem A350 die Nase vorn: Für den spritsparenden A320neo gingen im ersten Halbjahr nach der Vorstellung schon mehrere hundert Bestellungen ein. In den vergangenen Wochen haben sich mehrere neue Großaufträge für den zweistrahligen Jet angekündigt, der im Herbst 2015 erstmals ausgeliefert werden soll.