LuftfahrtAir Asia bestellt 150 Airbus-Jets

Lesezeit: 1 Min.

Air Asia hat Maschinen der  A220 -Baureihe bestellt.
Air Asia hat Maschinen der A220-Baureihe bestellt. Arif Kartono/AFP

Die malaysische Billigfluglinie will Airbus davon überzeugen, eine größere Version der A220-Serie zu bauen. Auch Lufthansa, Delta und Air France fordern dies.

Von Jens Flottau, Frankfurt

SZ bei Google bevorzugen

Wenn der Flugzeugbauer Airbus ein Problem nicht hat, dann ist es ein Mangel an Aufträgen. Bestellungen für fast 8000 Flugzeuge muss das Unternehmen abarbeiten. In der Regel klagen die Kunden darüber, dass sie nicht schnell genug an die Jets kommen und lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen – daran hat auch die aktuelle Treibstoff-Krise bislang nichts geändert. Von diesem Boom nicht erfasst war bislang die A220-Serie.

Dies dürfte sich nun ein wenig geändert haben. Am Mittwochabend bestellte die malaysische Billigfluglinie Air Asia 150 Maschinen der A220-Baureihe und kündigte an, weitere 150 zu kaufen, falls Airbus eine größere Variante des Flugzeuges anbietet. Air Asia-Chef Tony Fernandes und Lars Wagner, Chef der Airbus-Zivilsparte, waren für die Ankündigung extra nach Montreal in Kanada gereist, wo das Flugzeug gebaut wird.

Der Auftrag ist der größte, den jemals eine Fluglinie für die A220 unterschrieben hat und er ist auch der erste wirklich große aus Asien, wo die Wachstumsraten im Luftverkehr am größten sind. Airbus hat sich mit der Maschine im Air Asia-Wettbewerb gegen den brasilianischen Konkurrenten Embraer durchgesetzt.

Der Deal war sehr willkommen, denn richtig glücklich ist Airbus mit der A220 bislang nicht geworden. 2018 hatte der Konzern das ehemalige C-Serie-Programm des kanadischen Herstellers Bombardier, der sich mit dem Projekt finanziell völlig verschätzt hatte, übernommen und versprach sich jede Menge großer Aufträge. Doch der Auftragsbestand sank seither sogar leicht und das Programm schreibt immer noch Verluste, auch acht Jahre nach dem Einstieg.

Gleichzeitig will Airbus die Produktion von etwa acht Flugzeugen pro Monat auf 13 steigern, um mit der A220 endlich Gewinne zu machen. Um die höhere Produktion aufrechterhalten zu können, müsste sich Airbus womöglich dazu durchringen, eine verlängerte Version des Flugzeuges mit rund 180 Sitzen zu entwickeln, die neben Air Asia auch Air France-KLM, Lufthansa und Delta Air Lines seit Längerem fordern. Die A220 hat aktuell Platz für rund 150 Passagiere, in die Air Asia-Version passen 160 Fluggäste. Die Fluglinie soll ihre erste Maschine Anfang 2028 erhalten.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: