Luft- und Raumfahrtindustrie DaimlerChrysler drückt seinen EADS-Anteil

DaimlerChrysler konzentriert sich mehr und mehr auf sein automobiles Kerngeschäft. Der Anteil am Luftfahrtkonzern EADS wird reduziert.

In die Aktionärsstruktur des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS kommt Bewegung: Die beiden Großaktionäre DaimlerChrysler und Lagardère haben zeitgleich eine Senkung ihrer Anteile um jeweils 7,5 Prozent beschlossen.

EADS-Firmenschild wird in Straßburg montiert.

(Foto: Foto: dpa)

Durch diese Transaktion kommen insgesamt 122 Millionen Aktien der Airbus-Mutter EADS auf den Markt. Der Streubesitz von derzeit rund 35 Prozent steigt deutlich. DaimlerChrysler senkt seinen Anteil auf 22,5 Prozent, während sich der Anteil von Lagardere an EADS um die Hälfte auf 7,5 Prozent reduziert.

Über eine Anteilsreduzierung von DaimlerChrysler war bereits seit einiger Zeit immer wieder spekuliert worden. Vorstandschef Dieter Zetsche hatte zum Jahresanfang allerdings gesagt, man habe "keinen Druck und keine Eile".

Marktwert in Milliardenhöhe

Wie DaimlerChrysler am Dienstagabend in Stuttgart mitteilte, wird sich die Transaktion auf das Konzernergebnis 2007 mit rund einer Milliarde Euro auswirken. Der Marktwert des Anteils von 7,5 Prozent betrage heute rund 2,0 Milliarden Euro.

Die Abwicklung sei zwischen Januar und April 2007 vorgesehen. Die 61 Millionen Aktien würden an Banken ausgeliehen, die sie dann am Markt platzieren werden. Mit der Reduzierung wolle DaimlerChrysler sich weiter auf sein automobiles Kerngeschäft konzentrieren.

DaimlerChrysler und Lagardère wollen den Angaben zufolge "wesentliche Anteilseigner" bei EADS bleiben.

EADS begrüßt Verkauf der Anteile

EADS begrüßte den geplanten Verkauf der Aktienpakete. "Das ist eine gute Sache für uns", sagte ein EADS-Sprecher am Mittwoch in München. Da beide Konzerne ihren Anteil an EADS um jeweils 7,5 Prozent reduzierten, bleibe die deutsch-französische Balance im Konzern gewahrt.