Menschen, die im Krankenhaus oder im Pflegeheim arbeiten, werden gerne eingebaut in Politikerreden, als Beispiel für die hart arbeitende Mitte in die Gesellschaft, die jeden Tag schuftet und doch eigentlich mehr Lohn verdient hat als ihr tatsächlich ausgezahlt wird.
Doch wie viel verdienen Angestellte in Gesundheits- und Pflegeberufen eigentlich? Dazu hat das Statistische Bundesamt jetzt eine Auswertung veröffentlicht. Die wichtigste Erkenntnis: Die Löhne in diesen Berufen sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Die deutschlandweit etwa 1,7 Millionen Vollzeitbeschäftigten, davon 68 Prozent Frauen, erhielten im April 2024 im Mittel 4048 Euro brutto ohne Sonderzahlungen. Das waren 1219 Euro mehr als zehn Jahre zuvor: Im April 2014 lag der Bruttoverdienst im Mittel bei 2829 Euro.
Über die zehn Jahre ergibt sich eine prozentuale Gehaltssteigerung von etwa 43 Prozent. Zum Vergleich: Die vom Statistischen Bundesamt in diesem Zeitraum erfasste Teuerung liegt nur bei etwa 27 Prozent. Angestellte in Gesundheits- und Pflegeberufen haben also ihre Bezüge überproportional steigern können. „Der Verdienstzuwachs fiel in Gesundheits- und Pflegeberufen größer aus als in vielen anderen Berufsgruppen“, so die Statistiker.
Interessant ist auch, dass für den Zeitpunkt April 2024 der durchschnittliche Verdienst in Gesundheits- und Pflegeberufen höher liegt als der Durchschnittsverdienst in der Wirtschaft insgesamt. Dieser liegt bei 3978 Euro brutto. Das waren 988 Euro mehr als zehn Jahre zuvor, es ergibt sich also im Vergleich mit April 2014 eine Steigerung von 33 Prozent.
In den besser bezahlten Ingenieur- und Luftfahrtberufen fiel das Plus binnen zehn Jahren mit 1218 Euro beziehungsweise 1157 Euro ähnlich aus wie in Gesundheits- und Pflegeberufen. Dagegen stiegen die Bruttomonatsverdienste etwa in Transport-, Logistik- und Verkehrsberufen mit 739 Euro unterdurchschnittlich, in Handwerksberufen sowie Metall- und Elektroberufen waren es jeweils 899 Euro.
Wichtig zu betonen noch: Die hier aufgeführten Durchschnitte sind nicht arithmetische Mittelwerte, sondern Medianwerte. Sie bilden jeweils die Mitte der Verteilung und teilen diese in zwei gleich große Hälften: Eine Hälfte verdient mehr und die andere weniger als der Median. Zieht man die Medianwerte heran, ergeben sich weniger Verzerrungen, weil besonders niedrige oder besondere hohe Werte, die Ausreißer also, nicht so sehr ins Gewicht fallen.
