EnergiewirtschaftKanada soll Flüssigerdgas nach Deutschland liefern

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Eine Gasförderstätte an Kanadas Pazifikküste in Kitimat, British Columbia. (Archiv)
Eine Gasförderstätte an Kanadas Pazifikküste in Kitimat, British Columbia. (Archiv) Jesse Winter/REUTERS

Die Bundesregierung will die Deutschlands Versorgung mit Flüssigerdgas breiter aufstellen, um besser gegen Krisen gewappnet zu sein.

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Der bundeseigene Gasimporteur Sefe plant einen langfristigen LNG-Liefervertrag mit einem kanadischen Unternehmen. Sefe und die Firma Ksi Lisims LNG wollen demnach eine Absichtserklärung über die jährliche Lieferung von einer Million Tonnen Flüssigerdgas (LNG) unterzeichnen, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Die Lieferungen sollen Anfang der 2030er-Jahre starten und über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren erfolgen.

Ziel ist es, die Lieferungen von Flüssigerdgas breiter aufzustellen. Bisher kommt ein Großteil der Lieferungen aus den USA. Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich bei der Vereinbarung um die erste langfristige LNG-Partnerschaft von Sefe mit einem kanadischen Lieferanten.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte mit Blick auf die Absichtserklärung: „Durch eine engere Zusammenarbeit diversifizieren wir Beschaffungswege und machen unsere Volkswirtschaften widerstandsfähiger gegenüber globalen Risiken.“ Das Projekt gelte als besonders emissionsarm, da es mit Strom aus erneuerbarer Wasserkraft betrieben werde. Die Vereinbarung sei Ausdruck einer strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland ‌und Kanada.

Sefe hieß früher Gazprom Germania, war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom und wurde infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Energiekrise in Deutschland verstaatlicht.

Der geplante Exportterminal Ksi Lisims an der Küste der Provinz British ‌Columbia soll eine Kapazität von zwölf Millionen Tonnen LNG pro Jahr ‌haben und wäre ‌damit die zweitgrößte Exportanlage Kanadas. Auch Konzerne wie Shell und Total Energies haben bereits langfristige Verträge mit Ksi Lisims geschlossen. Das Projekt hat zwar bereits eine regulatorische Genehmigung, eine endgültige Investitionsentscheidung für den Bau steht aber noch aus.

Kanada will mit dem Schritt seine Gasexporte stärker in Märkte außerhalb der USA lenken, während Deutschland und andere europäische Staaten nach Alternativen zu Lieferungen aus Russland und dem Nahen Osten suchen und zugleich nicht zu abhängig von US-Gas werden wollen.

© SZ/Bloomberg/Reuters/dpa/jael - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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