Verhandlungen mit Banken sind immer schwierig. Doch Leo Kirch und Dieter Hahn haben sich offensichtlich besonders schwer getan. Anfang Oktober schlossen die beiden Münchner Medienunternehmer einen weitreichenden Vertrag mit der Deutschen Fußball Liga (DFL). Seitdem verhandeln sie mit Kreditinstituten über die Finanzierung. Gespräche mit der Commerzbank waren weit gediehen, scheiterten aber dann. Jetzt gibt es endlich einen Abschluss zu vermelden. Die Finanzierungszusage liege vor, teilte ein Kirch-Sprecher auf Anfrage mit. Um welche Bank es sich handelt, wollte er mit Hinweis auf das Bankgeheimnis nicht sagen.

Es ist die Raiffeisen Zentralbank (RZB) aus Wien geworden. Die Bankengruppe ist in Mittel- und Osteuropa einer der größten Spieler, auch in Frankfurt gibt es eine Repräsentanz. Im deutschen Mediengeschäft ist die RZB bisher aber nicht aufgefallen. Die Österreicher wollen in Deutschland Fuß fassen. Bekannt wird die RZB jetzt auf alle Fälle. Es handelt sich um eine Art Finanzierungszusage, Geld fließt erstmal nicht, das Engagement hält sich also in Grenzen.
Bis Donnerstag dieser Woche (31. Januar) wollen Kirchs Firma Sirius und die DFL den gesamten Vertrag (Long-Term-Agreement) unterzeichnen. Bis dahin müssen die Details verbindlich geklärt sein. Die Finanzierungszusage ist einer der entscheidenden Punkte gewesen. Sirius soll von 2009 an für sechs Spielzeiten die TV-Rechte der Bundesliga vermarkten. Garantiert ist eine Summe von drei Milliarden Euro, im Durchschnitt 500 Millionen Euro pro Saison. Am Anfang jeden Jahres muss Kirch die Bürgschaft einer Bank für die Summe vorlegen.
Gründung einer gemeinsamen Produktionsfirma
Teil des Vertrages ist auch, dass Sirius und DFL eine gemeinsame Produktionsfirma gründen. Diese soll für Pay-Kanäle, Kabelnetzbetreiber und Internet-TV-Anbieter die Inhalte produzieren und konfektioniert anbieten. Mehr Wettbewerb ist das Ziel. Sirius will künftig mit 51 Prozent an der Produktionsfirma beteiligt sein, 49 Prozent soll die DFL halten. Auch das hat für Unmut gesorgt.
In den kommenden Wochen werden die Rechtepakete geschnürt, die das Kartellamt dann vor der Ausschreibung prüft. Dass die ARD-Sportschau am Samstag überlebt, wird mehr und mehr bezweifelt. Sollte die Liga samstags ein Livespiel ins Free TV verkaufen (beispielsweise an RTL), das nach 17.15 Uhr begänne und vor 20 Uhr endete, würden auch die Sponsoren der Bundesliga-Klubs kompensiert. Die legten bisher sehr viel Wert auf das Werbe-Umfeld der frei empfangbaren ARD. WDR-Intendantin Monika Piel verwies jetzt schon einmal vorsorglich auf das Kurzberichterstattungsrecht. Gekämpft wird bis zum Abpfiff.