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Medienunternehmer ist tot:Kirch, der Herr des Fernsehens

Mit den Rechten am Filmklassiker "La Strada" begann die Karriere von Leo Kirch - später stieg er zu einem der mächtigsten Medienmänner der Republik auf. Das Leben des schillernden Unternehmers und Kohl-Freundes

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FILE -  Media Mogul Leo Kirch Died Aged 84

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Er war einer der mächtigsten Medienmänner der Republik: Der Unternehmer Leo Kirch ist tot, er starb jetzt im Alter von 84 Jahren in München. Sein Leben in Bildern.

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Begonnen hatte Kirch als Filmrechtehändler: 1955 gründete er die Firma Sirius-Film und Einkauf GmbH. Mit geborgtem Geld kaufte er 1956 die Rechte für seinen ersten Film - La Strada von Federico Fellini. Filme und Fernsehprogramme vertrieb er später mit Betafilm und Taurusfilm.

Kreise: Leo Kirch gestorben

Quelle: dapd

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1985 schlug Kirch zum ersten Mal groß zu: Er beteiligte sich mit zehn Prozent am Axel-Springer-Verlag (im Bild mit Friede Springer). Den Anteil stockte die Kirch-Gruppe später auf 40 Prozent auf.

Leo Kirch ist tot

Quelle: dpa

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Leo Kirch gehörte auch zu den Gründungsvätern des privaten Fernsehens, insbesondere des Senders Sat 1. 1990 erwarb der Medienunternehmer dann 43 Prozent am Münchner Sender. Ende der neunziger Jahre verschmolz Sat 1 mit Pro Sieben (im Bild Kirch im August 1999 bei der Eröffnung des Sat 1-Medienzentrums in Berlin).

Leo Kirch ist tot

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2000 ging die Tochter der Kirch-Gruppe mit dem Namen ProSiebenSat1 Media AG an die Börse.

Im Bild Leo Kirch im Hotel "Kaiserin Elisabeth" in Feldafing am Starnberger See, als er Leni Riefenstahl zu ihrem 100. Geburtstag gratuliert; rechts im Bild: der Zauberküstler Siegfried Fischbacher (Siegfried & Roy).

Kameramann des Senders Premiere World bei einem Bundesligaspiel, 2002

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Mitte der neunziger Jahre gründete Kirch den Bezahlfernsehsender DF1, der nach mehreren Umbenennungen (unter anderem Premiere) heute unter dem Namen Sky firmiert. Vor allem mit den Rechten für Live-Übertragungen von Fußballspielen wollte er punkten. Doch dieser Plan misslang: Die deutschen Kunden wollten sich nie so recht aufs Pay-Fernsehen einlassen.

Köhler empfängt Kohl, Leo Kirch und Maike Richter

Quelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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Über viele Jahre galt Leo Kirch als enger Vertrauter des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU, hier mit seiner zweiten Frau Maike Richter). Dieser hatte Anfang der achtziger Jahre auf eine Privatisierung des Fernsehmarktes gedrängt, was Kirch später zupasskam. Nach seiner Kanzlerschaft arbeitete Kohl als hochdotierter Berater von Kirch und machte ihn bei seiner zweiten Hochzeit zum Trauzeugen; als er in der Parteispendenaffäre finanziell in die Bredouille geriet und Freunde um Spenden bat, steuerte auch Leo Kirch Geld bei.

Leo Kirch

Quelle: dapd

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Medienunternehmer ist tot:Kirch, Constantin, BayernLB, Ecclestone

Seine größte Enttäuschung als Unternehmer erlebte Leo Kirch im Jahr 2002, als er für seine Kirch-Gruppe einen Insolvenzantrag stellen musste. Es war eine der größten Unternehmenspleiten in der Geschichte Deutschlands. Die Schulden und Verbindlichkeiten betrugen zu diesem Zeitpunkt mehrere Milliarden Euro.

Kirch-Prozess

Quelle: dpa

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In der Zeit danach stand Leo Kirch vor allem wegen eines Prozesses im Mittelpunkt. Er verklagte die Deutsche Bank auf Schadenersatz in Millionenhöhe, weil er den damaligen Instituts-Chef Rolf-E. Breuer (im Bild) für die Pleite seines Unternehmens verantwortlich machte. Breuer hatte nach Ansicht des Unternehmers in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen. Der Prozess sollte demnächst fortgesetzt werden.

© sueddeutsche.de/aum/lom
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