Robert Shiller:

Den Kapitalismus verbessern

Robert Shiller ist Professor für Ökonomie an der Universität Yale. Er erfand den Case-Shiller-Index, heute der wichtigste Maßstab für den US-Immobilienmarkt. Außerdem gehört er zu den Gründern der Finanzfirma Macromarkets, die sich auf die Entwicklung neuer Finanzprodukte spezialisiert hat.

"Die Krise gehört zu jenen historischen Ereignissen, die uns die Chance geben, vorwärts zu schreiten und unsere Institutionen zu reparieren und zu verbessern. Kapitalismus ist keine einfache Sache, er muss organisiert werden und braucht Regeln. Unsere Finanzinstitutionen sind unvollkommen.

Es kommt jetzt darauf an, den Kapitalismus zu verbessern und nicht ihn zu verlassen. Eine Lehre ist zum Beispiel, dass es in der Marktwirtschaft schlechte Gleichgewichte geben kann. Die Zeiten sind schlecht, alle stellen sich darauf ein, und so wird daraus eine Erwartung, die sich selbst erfüllt. Das wussten wir auch schon früher. Aber die Krise hat uns daran erinnert, dass wir das Problem durch Regulierung anpacken müssen.

Wenn Unternehmen nicht mehr pleite gehen können, setzen sie nicht nur die Regierung unter Druck, sie behindern auch kleinere, innovative Unternehmen. Wie wollen Sie mit jemandem konkurrieren, der eine Staatsgarantie hat? In der Finanzkrise wurde das Problem noch verschärft. Die amerikanische Regierung hat nicht nur große Banken belohnt, sie hat sogar das Entstehen noch größerer Banken gefördert. Das Gegenteil wäre richtig: Wir müssen über die Aufspaltung großer Banken nachdenken."

Foto: AP

15. September 2009, 10:482009-09-15 10:48:00 ©