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Legendärer Investor:Warren Buffett wettet auf Apple

Buffett takes $1 bn stake in Apple

Investor Warren Buffett.

(Foto: AFP)
  • Warren Buffetts Firma Berkshire Hathaway gibt bekannt, eine Milliarde US-Dollar in Apple investiert zu haben.
  • Bei Yahoo will Buffett nicht direkt einsteigen.

Wenn das "Orakel von Omaha" zuschlägt, horchen Investoren auf. So auch dieses mal: Warren Buffetts Firma Berkshire Hathaway hat bekanntgegeben, eine Milliarde US-Dollar in Apple investiert zu haben. Das Gütesiegel eines Buffett-Investments gibt dem Konzern Rückenwind, die Aktie stieg prompt um mehr als drei Prozent an.

Apple galt zuletzt nicht mehr als sichere Wette: Sättigung auf dem Smartphone-Markt und schlechtere Aussichten für China haben dafür gesorgt, dass die Jahre von Rekordumsätzen zu Ende sind. Innerhalb von zwölf Monaten hat der Aktienkurs fast 30 Prozent seines Wertes verloren.

Der 85-jährige Buffett gilt nicht als Freund von Technologie-Unternehmen. Er betonte immer wieder, nicht genug von der Materie zu verstehen, um hier langfristige Firmen-Perspektiven einzuschätzen. Tatsächlich deutet das vergleichsweise geringe Volumen von einer Milliarde US-Dollar darauf hin, dass mit Ted Wescher oder Todd Combs einer der beiden Berkshire-Kronprinzen für die Investition verantwortlich ist.

Kein Glück mit IBM, kein Interesse an Yahoo

Zuletzt hatten die beiden Groß-Investoren Carl Icahn und David Tepper ihre Apple-Aktien abgestoßen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,08 bei einem Wert von mehr als 300 Milliarden Dollar ist das Papier inzwischen aus Investorensicht relativ günstig; kurzfristig wird viel von dem für Herbst erwarteten iPhone 7 abhängen, auf lange Sicht von neuen Produktkategorien und Software-Abonnements.

Buffetts bislang größte Tech-Anlage ist IBM, in das er 12,3 Milliarden US-Dollar investiert hat. Weil die Aktie allerdings inzwischen 2,6 Milliarden an Wert im Portfolio verloren hat, gilt die Investition als problematisch. "Was zählt, ist die Richtung der Firma in fünf bis zehn Jahren", rechtfertigte sich Buffett jüngst. "Ich glaube, dass IBM dann mehr wert sein wird, aber ich könnte falsch liegen und wir würden das akzeptieren."

Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass Buffett an einer Übernahme von Yahoo interessiert sein könnte. Dies dementierte der 85-Jährige am Montag auf dem US-Sender CNBC. "Ich kenne das Geschäft nicht und wüsste nicht, wie ich das bewerten soll." Aber er sei bereit, ein Gebot des befreundeten Milliardärs Dan Gilbert zu unterstützen, also die Finanzierung zu sichern. Gilbert gehört der Hypotheken-Investor Quicken Loans und das Basketball-Team Cleveland Cavaliers.

© SZ.de/bön

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