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Nachhaltigkeit:Deutsche verschwenden 85 Kilo Lebensmittel pro Kopf

Preisermittlerin

Der Handel ist nur für vier Prozent der Verschwendung verantwortlich.

(Foto: dpa)
  • Pro Kopf werden in Deutschland jährlich mehr als 80 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen.
  • Mehr als die Hälfte der Verschwendung verursachen dabei Privathaushalte.
  • Bis 2030 sollen die Essensabfälle im Einzelhandel und bei den Haushalten halbiert werden.

Fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Das zeigen Berechnungen der Universität Stuttgart. Laut den Daten, die auf dem Jahr 2015 basieren, werden pro Kopf 85,2 Kilogramm Essen pro Jahr in die Abfalltonnen geworfen. Mehr als die Hälfte der Lebensmittel werden in den privaten Haushalten entsorgt. Etwa 11 Prozent der Abfälle stammen aus der Landwirtschaft, 17 Prozent aus der Lebensmittelverarbeitung und 13 Prozent aus der Gastronomie. Der Handel ist für 4 Prozent verantwortlich.

Ein großer Teil der Verschwendung sei vermeidbar, sagt Gerold Hafner, Studienleiter vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft in Stuttgart. Hafner und sein Team hatten 2012 - gefördert durch das Bundesernährungsministerium - schon einmal die Müllmenge berechnet. Seither sei die Menge der weggeworfenen Nahrungsmittel, etwa gleich groß geblieben, trotz aller Appelle, sorgsamer mit Essen umzugehen.

Verschwendet wird auch Energie

Neben der reinen Menge an verschwendeten Lebensmittel weist die Studie auf einen weiteren Aspekt in diesem Zusammenhang hin: Verschwendung von Lebensmitteln hänge direkt mit der Verschwendung von Energie zusammen, die bei der Erzeugung und dem Transport anfallen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner fordert Verbraucher, Handel, Restaurants und Produzenten zu einer gemeinsamen Anstrengung gegen Nahrungsverschwendung auf. "Weniger Lebensmittel wegzuwerfen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", sagt die CDU-Politikerin. "Wir kaufen oft zu viel ein, lagern unsere Lebensmittel häufig falsch und verwerten die übrig gebliebenen Reste nicht weiter", sagt sie.

Das Bundeskabinett hatte im Februar eine von Klöckner vorgelegte Strategie beschlossen, die mehr Informationen, Forschungsförderung und eine Reihe von freiwilligen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorsieht. Definiert werden sollen Zielmarken, die jeweils von verschiedenen Bereiche umgesetzt werden sollen: von Landwirten, Lebensmittelverarbeitern, Groß- und Einzelhandel, Außer-Haus-Verpflegung und Gastronomie sowie von Haushalten. Ziel ist es, Essensabfälle im Einzelhandel und bei den Haushalten bis 2030 zu halbieren. Umweltschützer und Opposition kritisieren den Mangel an Verbindlichkeit.

© SZ.de/dpa/pram/jps
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