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Lebensmittel - Hannover:Fische aus der Ochtum nicht zum Verzehr geeignet

Hannover (dpa/lni) - Das Verbraucherschutzministerium rät vom Verzehr von Fischen aus dem niedersächsischen Teil des Flusses Ochtum ab. In Brasse, Rotauge, Aal und Flussbarsch seien bei Untersuchungen erhöhte Werte an Perfluoroctansulfonsäure festgestellt worden, teilte das Ministerium am Freitag mit. Die Substanz kann krebserregend wirken und die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen einschränken.

Bereits im Frühjahr war bekannt geworden, dass Fische in den zu Bremen gehörenden Abschnitten der Ochtum mit der Säure belastet waren. Daher ließ das niedersächsische Verbraucherschutzministerium im Mai 146 Flussfische aus dem Landesgebiet untersuchen. In allen Fischarten wurden die von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde festgelegten Orientierungswerte um ein Vielfaches überschritten. Daher empfiehlt das Ministerium, bis auf weiteres keine Fische aus dem Gebiet zu essen.

Laut einer Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums wurden bis vor 15 Jahren Löschschäume der Feuerwehr mit der Chemikalie angereichert. Vermutlich sei die giftige Säure damals nach Löschübungen der Feuerwehr auf dem Bremer Flughafen in den Fluss gelangt.

Fische aus der Ochtum sind nicht frei verkäuflich. Hauptsächlich Hobbyangler ziehen sie aus dem Fluss. Jörg Baumgarte vom Verbraucherschutzministerium spricht bezüglich der Verzehrempfehlung von "keiner akuten Gefahr". Zudem werde die Säure extrem verdünnt, wenn größere Fische wie etwa Hechte die betroffenen Arten verzehren.