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Lebenshaltungskosten in Deutschland:Inflation in Deutschland steigt sprunghaft an

Analysten sind überrascht, so stark sind die Preise seit einem Jahr nicht mehr gestiegen: Waren und Dienstleistungen kosteten im August 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Juli waren es noch 1,7 Prozent gewesen. Das sollte eigentlich die Europäische Zentralbank verhindern.

Steigende Benzinpreise haben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit April getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten im August durchschnittlich 2,0 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Juni und Juli lag die Inflationsrate noch bei 1,7 Prozent. "Die Gründe liegen vor allem in den kräftig gestiegenen Preisen für Kraftstoffe und Heizöl", erklären die Statistiker.

Der Anstieg von 2,0 Prozent ist die erste Steigerung seit Februar. Seit Jahresbeginn waren die Preise immer langsamer gestiegen, nachdem die Inflation 2011 teilweise deutlich über 2 Prozent lag.

Im August waren die Benzinpreise auf ein Rekordhoch gestiegen. An vielen Tankstellen durchbrachen die Preise die Marke von 1,70 Euro.

Die drastische Teuerung ist eine Überraschung: Analysten hatten für August im Schnitt nur mit einer Inflationsrate von 1,8 Prozent gerechnet. Das ist auch eine Niederlage für die Europäische Zentralbank. Ihr Ziel ist es, "stabile Preise" zu sichern - die definiert sind als Werte von knapp unter zwei Prozent. Zuletzt lag die Teuerung im April mit 2,1 Prozent über dieser Marke. Von Juli auf August zogen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent an.