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Landwirtschaft:Hunderttausende Euro für Energiekonzerne, Gentechfirma und Panzerbauer

Auch Großkonzerne kassieren Agrarsubventionen. Das Chemieunternehmen BASF erhielt 131 557 Euro für den Gutshof "Rehhütte", der an das Agrarzentrum des Konzerns im pfälzischen Limburgerhof angegliedert ist. In dem Zentrum erforschen Chemiker gemeinsam mit Landwirten und Gärtnern Pflanzenschutzmittel, der Gutshof liefert den Forschern unter anderem Rückmeldungen über ihre Mittel aus der Praxis. BASF nutzt die Rehhütte auch als Veranstaltungsort. Die Bayer AG erhielt unter anderem für ihre Agrobusiness-Sparte Crop Sciences, die genveränderte Pflanzen entwickelt, mehr als 170 000 Euro.

RWE erhielt 425 510 Euro, Eon 101 917 Euro. Die Energiekonzerne konnten sich das Geld sichern, weil sie Raps, Getreide oder Rüben in Gebieten anbauen, in denen sie Braunkohle abgebaut haben, die so genannte Rekultivierung. Ein RWE-Sprecher betont, dass die Flächen durchgehend bewirtschaftet würden, was Voraussetzung für EU-Förderung ist. Zudem unterstütze der Konzern mit dem Geld die Feldvogelpopulation.

Auch der Panzerbauer Rheinmetall erhielt erneut Geld, mehr als 10 000 Euro. Die Summe floss für einen 50 Quadratkilometer großen Schießplatz im niedersächsischen Unterlüß, oder wie Rheinmetall es nennt: ein "Erprobungszentrum". Dort betreibt das Unternehmen Forstwirtschaft und testet Waffen, Munition und Fahrzeuge.

Veröffentlicht werden keine Namen einzelner Landwirte, sondern nur die von juristischen Personen, also Unternehmen und Institutionen. Detailliertere Angaben hat der Europäische Gerichtshof verboten. Die mittlerweile geschaffene Datenbank ist allerdings benutzerunfreundlich.

Mitarbeit: Steffen Kühne