Niederlahnstein (dpa/lrs) - Die Bergungsarbeiten nach der Entgleisung eines Güterzugs im Bahnhof Niederlahnstein (Rhein-Lahn-Kreis) sind noch nicht abgeschlossen. Bis zum Montagabend pumpten Bergungskräfte den Diesel aus den beschädigten Waggons in Ersatzbehälter. Bis zu 150 000 Liter Kraftstoff sollen ausgelaufen sein, nachdem der Güterzug am Sonntagabend entgleist war, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Koblenz. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an.
Jeder der insgesamt 18 Kesselwagen habe bis zu 60 000 Liter Diesel geladen. Von den 18 seien sechs umgekippt oder umgefallen. Diese seien inzwischen jedoch abgestützt, erklärte eine Sprecherin des Kommunikationsteams.
Zwei weitere Wagen seien entgleist, stünden aber, von ihnen gehe keine Gefahr aus. Erst wenn alle umgefallenen Waggons leer seien, könnten die beschädigten Kesselwagen vollständig geborgen werden. Dazu stünden zwei Kräne in Koblenz bereit. Zudem müssten die Ermittlungsarbeiten abgeschlossen sein, so dass erst im Laufe des Dienstags mit einer Fortsetzung der Bergungsarbeiten zu rechnen sei.
Die Sperrung der Strecke zwischen Koblenz und Bad Ems werde noch einige Zeit andauern. Betroffen sind laut Bahn der RE25 Koblenz-Limburg(Lahn)-Wetzlar-Gießen und der RB23 Mayen Ost-Andernach-Koblenz-Limburg(Lahn). Es gebe sechs Schienenersatzbusse zwischen Koblenz und Bad Ems.
Bisher gebe es keine Gefahr für das Grundwasser durch den ausgelaufenen Diesel, es fänden regelmäßig Messungen statt. Der Güterzug soll sich nach Angaben der Polizei auf der Fahrt von Rotterdam nach Basel befunden haben. Meldungen über Verletzte gab es nicht. Am Abend waren zunächst 17 Personen vorsorglich aus ihren Wohnungen geholt worden, sie konnten gegen 22.30 Uhr aber wieder zurück, so eine Sprecherin.
Willi Pusch von der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn wies in einer Mitteilung darauf hin, dass die mehr als 170 Jahre alte Strecke durch das Obere Mittelrheintal für den Transportverkehr nicht geeignet sei.
Das Streckennetz müsse modernisiert und ausgebaut werden, teilte die Mainzer Bundestagsabgeordnete der Grünen, Tabea Rößner, mit. Eine Machbarkeitsstudie für eine Alternativtrasse zum Mittelrheintal müsse endlich ernsthaft verfolgt werden, so die Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz.
