Italien:Rettet die heimischen Rinder - vor Laborfleisch

Italien: Auf dem europäischen Markt gibt es bislang kein zugelassenes Fleisch aus In-vitro-Produktion. Bislang sind Kühe wie diese also nur bedingt gefährdet.

Auf dem europäischen Markt gibt es bislang kein zugelassenes Fleisch aus In-vitro-Produktion. Bislang sind Kühe wie diese also nur bedingt gefährdet.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Die italienischen Bauern leiden unter der Klimakrise. Doch statt ihnen zu helfen, bekämpft der Landwirtschaftsminister lieber ein Phantom: "synthetisches Fleisch". Wissenschaftler sind entsetzt.

Von Ulrike Sauer, Rom

Kann man etwas verbieten, das es gar nicht gibt? Francesco Lollobrigida schon. "Ich garantiere, dass in Italien keine synthetischen Lebensmittel auf den Tisch kommen, solange wir an der Regierung sind", versprach der italienische Landwirtschaftsminister am 17. November 2022 im römischen Senat. Lollobrigida stürzte sich damals, noch nicht mal einen Monat im Amt, in den Kampf gegen die Bedrohung des italienischen Rindes durch Wissenschaftler, die an der Herstellung von kultiviertem Fleisch arbeiten. Ein Jahr später ist er am Ziel: Sein Gesetz zum Verbot der Produktion, des Imports und der Vermarktung von Laborfleisch hat die letzte parlamentarische Hürde genommen. Italien sei damit als Vorreiter an die Weltspitze vorgeprescht, trumpft der Minister der rechtspopulistischen Regierungspartei Fratelli d'Italia auf.

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