Süddeutsche Zeitung

Kurzarbeitergeld-Rechner:Wie viel bleibt vom Gehalt?

Viele Betriebe in Deutschland setzen in der Corona-Krise auf Kurzarbeit. Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet das weniger Gehalt, Arbeitgeber müssen die Sozialabgaben neu berechnen.

Bereits während der Weltwirtschaftskrise 2008 hat sie sich bewährt, nun, zwölf Jahre später, erlebt die Kurzarbeit wegen der Corona-Krise eine Renaissance. Durch die reduzierte Arbeitszeit und damit auch geringeren Kosten für Unternehmen, sollen Arbeitsplätze langfristig erhalten bleiben. Betriebe, die Kurzarbeit einführen wollen, müssen bei der lokalen Arbeitsagentur einen Antrag stellen und sich - falls vorhanden - zwingend die Zustimmung des Betriebsrates einholen.

Nachdem die Corona-Krise auch Branchen betrifft, die bislang als krisensicher galten, sind viele Arbeitnehmer zum ersten Mal von der Kurzarbeitszeit-Regelung betroffen und fragen sich, wie viel Geld ihnen dann eigentlich noch bleibt. Auch Arbeitgeber stehen vor der Herausforderung die Sozialabgaben neu berechnen zu müssen. Die wichtigsten Antworten zum Kurzarbeitergeld und dem Rechner im Überblick.

Wie berechnet sich das Kurzarbeitergeld?

Die Arbeitsstunden von Angestellten werden prozentual heruntergesetzt, um wie viel teilt der Arbeitgeber mit. Beispiel: Wer zuvor 40 Wochenstunden gearbeitet hat und nun auf 60 Prozent zurückgestuft wird, arbeitet während der Kurzarbeit nur noch 24 Stunden in der Woche.Die Kürzung der Arbeitszeit hat einen direkten Einfluss auf das Brutto-Gehalt des Arbeitnehmers. Ist die Arbeitszeit also auf 60 Prozent reduziert, dann muss der Arbeitgeber auch nur noch 60 Prozent des Brutto-Lohns auszahlen. Dem Angestellten entgehen durch die Kurzarbeit in dem Beispiel 40 Prozent seines Gehalts.

Damit Angestellte aber weiterhin ihre laufenden Kosten bezahlen können, stockt die Bundesagentur für Arbeit den Netto-Lohnverlust zu einem gewissen Prozentsatz mit Kurzarbeitergeld auf. Unternehmen können derzeit maximal für zwölf Monate Kurzarbeit beantragen.

Welche Angaben sind für den Arbeitnehmer-Rechner nötig?

  • Reguläres Brutto: Tragen Sie in den Rechner ihr reguläres Bruttogehalt, auch Soll-Entgelt genannt, ein.
  • Reduziertes Brutto: Um wie viel ihr Bruttogehalt reduziert wird, teilt der Arbeitgeber mit. Handelt es sich um eine hunderprozentige Kurzarbeit, dann tragen Sie an dieser Stelle im Rechner 0 ein. Ist die Arbeitszeit um 50 Prozent gekürzt, beträgt auch das Bruttogehalt um die Hälfte weniger.
  • Lohnsteuerklassen: Welcher Lohnsteuerklasse Sie zugeordnet sind, entnehmen Sie ihrer letzten Gehaltsabrechnung.
  • Kinder: Arbeitnehmer mit Kindern bekommen 67 Prozent der Nettolohn-Differenz aufgestockt, Arbeitnehmer ohne Kinder 60 Prozent. Die große
  • Nach einer gesetzlichen Neuerung wird das Kurzarbeitergeld erhöht: Ab dem 4. Monat Kurzarbeit werden 70 bzw. 77 Prozent, ab dem 7. Monat 80 bzw. 87 Prozent des Lohnausfalls gezahlt. Die Regelung greift nur für Angestellte, bei denen mindestens 50 Prozent der Arbeitszeit wegfallen.

Kurzarbeitergeld-Rechner für Arbeitnehmer

Welche Angaben sind für den Arbeitgeber-Rechner nötig?

  • Steuerjahr: Wählen Sie das Steuerjahr aus, für das die Abgaben berechnet werden sollen.
  • Reguläres Brutto: Tragen Sie in den Rechner das reguläre Bruttogehalt des Arbeitnehmers ein.
  • Reduziertes Brutto: Handelt es sich um eine hunderprozentige Kurzarbeit, dann tragen Sie an dieser Stelle im Rechner 0 ein. Ist die Arbeitszeit um 50 Prozent gekürzt, beträgt auch das Bruttogehalt um die Hälfte weniger.
  • Kinderfreibeträge und Steuerklasse: Diese Angaben sind auf der Lohnsteuerkarte vermerkt.
  • Krankenversicherung und Zusatzbeitrag: Bundesweit gilt der Einheitssteuersatz von 14,6 Prozent. Der ermäßigte Satz von 14 Prozent betrifft Arbeitnehmer ohne Anspruch auf Krankengeld. Auskunft über den Zusatzbeitrag erhalten Sie bei der jeweiligen Krankenkasse.

Kurarbeitergeld-Rechner für Arbeitgeber

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