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Kurz vor der Pleite:Zwangsverwalter resigniert im Kampf um Saab-Rettung

War's das mit dem schwedischen Traditionsunternehmen Saab? Die Gehälter für Dezember stehen noch aus, der Zwangsverwalter gibt auf - und der Autobauer hat nur noch wenig Zeit, um die Pleite abzuwenden.

Vor dem großen Ende steht ein kleines: Der schwedische Autohersteller Saab scheint nach monatelangem Hin und Her nun endgültig vor dem Aus zu stehen. Wie das schwedische Unternehmen am Mittwoch in Trollhättan mitteilte, hat der von einem Gericht eingesetzte Zwangsverwalter Guy Lofalk den Abbruch des bisher freiwilligen Sanierungsverfahrens mit Gläubigerschutz beantragt.

Schweden stellt sich auf Saab-Insolvenz ein

Am Mittwoch hat der bisherige Zwangsverwalter den Kampf um einen Neustart beim Autohersteller Saab aufgegeben - wegen Aussichtslosigkeit. Das Management des schwedischen Konzerns will weiterkämpfen.

(Foto: NTI)

Lofalk hatte seit Anfang der Woche öffentlich erklärt, dass er das "Ende des Weges" für erreicht halte. Saab verfüge über keine Mittel verfüge und es gebe keine realistische Aussicht auf einen baldigen Neustart der Produktion.

Die Eigentümergesellschaft Swedish Automobile teilte am Mittwoch mit, sie habe kaum noch Hoffnung. Das Konkursgericht hatte dem Unternehmen eine fünftägige Frist gesetzt, noch ausstehende Novembergehälter zu zahlen. Das Management um den bisherigen Eigner Victor Muller will weiter um ein Überleben mit Hilfe des chinesischen Autokonzerns Youngman kämpfen.

Die Zusagen der potentiellen chinesischen Investoren Pang und Youngman zur Überweisung von Mitteln für fällige Lohn- und Gehaltszahlungen waren im November erneut nicht eingehalten worden. Im Oktober hatten die chinesischen Großinvestoren die Bereitschaft signalisiert, das Traditionsunternehmen für 100 Millionen Euro zu übernehmen. Das war jedoch an der Zustimmung vom US-Konzern General Motors (GM) gescheitert, dem ehemaligen Mutterkonzern der schwedischen Firma, der immer noch entscheidende Patentrechte hält. GM beliefert Saab mit Teilen und befürchtete die illegale Weitergabe von Technologie durch die Chinesen.

Am Dienstag verweigerte GM erneut die dringend benötigten Lizenzen für den Neustart der Produktion mit Youngman als neuem Teileigner. Unternehmenssprecherin Gunilla Gustavs sagte zur Aufgabe des Zwangsverwalters Lofalk gegen den erklärten Willen des Saab-Managements: "Er muss das tun, was seine Rolle verlangt." Muller arbeite dennoch "mit aller Kraft" an einer neuen Lösung unter Mitwirkung von Youngman.

Der Niederländer hatte seine Strategie für ein Überleben in den letzten Wochen mehrfach geändert, dabei aber nie akut benötigte Kapitalhilfen flüssig machen können. Muller muss innerhalb von fünf Tagen einen glaubwürdigen Geschäftsplan vor Gericht vorlegen. Andernfalls gilt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als sicher.

Saab kann in seinem westschwedischen Stammwerk seit April wegen Geldmangels und hoher Schulden keine Autos mehr produzieren. Die 3500 Beschäftigten haben noch keine Löhne und Gehälter für den Weihnachtsmonat bekommen.

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