Kundenfang:Rabatte, die keine sind

Alles sieht so billig aus. Doch das täuscht, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Nicht jeder durchgestrichene Preis scheine jemals verlangt worden zu sein, meinte der Verbraucherrechts-Experte Jürgen Schröder am Montag. "Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht."

Allerdings liege kein umfassender Überblick über die Seriosität der Rabattierungen vor. Dennoch sollten sich die Kunden beständig fragen, wie es sein könne, dass auf Waren plötzlich 50 Prozent Preisnachlass möglich sei.

Pseudo-Discount

In einzelnen Beschwerden dokumentierten Kunden, dass ein Produkt vor wenigen Monaten ohne Rabatt ausgepreist worden sei und jetzt zum selben Preis, aber mit deutlichem Pseudo-Discount beworben werde, sagte Schröder.

Eine Kontrolle zur Wahrhaftigkeit der Rabatte gebe es praktisch nicht. Auch die Beobachtung durch die jeweilige Konkurrenz dürfe nicht überbewertet werden. "Im Grunde genommen muss man an die Ehrlichkeit des Handels appellieren." Außerdem helfe der gesunde Menschenverstand und eigene Marktbeobachtung. "Wenn Markenware deutlich billiger zu haben ist, ist das natürlich ein Schnäppchen."

Eine Woche vor Beginn des Winterschlussverkaufs (WSV) machte der Experte der Verbraucherzentrale darauf aufmerksam, dass WSV-Ware noch einmal deutlich im Preis reduziert werden müsse, um als solche verkauft werden zu dürfen.

Insgesamt sei beim Verbraucher eine deutliche Verunsicherung angesichts der Preisgestaltung festzustellen. "WSV, neue Rabattrunden, eigene Rabattkarten - das ist langsam völlig undurchsichtig." Außerdem sei der Preis nicht alles. "Es kommt auch auf den Service an", riet Schröder.

© sueddeutsche.de/dpa
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