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Kryptowährungen:Aufruhr um Bitcoin

Ein Techniker inspiziert die Anlagen des Bitcoin-Produzenten Bitfarms. Die Herstellung braucht große Server und verbraucht viel Energie.

(Foto: AFP)

Der Kurs der wichtigsten Kryptowährung stürzt unter eine symbolisch wichtige Marke.

Die Digitalwährung Bitcoin ist am Dienstag erstmals seit Längerem unter die Marke von 30 000 Dollar gefallen. Am Morgen kostete die älteste und nach Marktwert größte Kryptoanlage auf der Handelsplattform Bitstamp im Tief 29 500 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit etwa einem Monat. Bis zum Jahrestief ist es aber nicht mehr weit. Auch andere Digitalwerte wie die Nummer zwei am Markt, Ether, standen unter Druck. Der Finanzdienst Bloomberg verfolgt die Kurse der Kryptowährungen zusammengefasst im Galaxy Crypto Index, der fiel am Dienstag zeitweise um vier Prozent. Zurzeit gibt es einige Gründe, die eher gegen Kryptoanlagen sprechen. Dazu zählt die harte Haltung Chinas gegenüber den Produzenten, sogenannter Miner, von Bitcoin und anderen Internetdevisen. Auch die zuletzt schlechtere Stimmung am Aktienmarkt lastete auf riskanten Anlagewerten wie Bitcoin & Co. Außerdem verstärken große Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Bemühungen, im Rennen um die neuartigen Digitalwährungen nicht ins Hintertreffen zu gelangen. Und am Montag drängte US-Finanzministerin Janet Yellen die obersten Aufsichtsbehörden des Landes, ihre Überlegungen zu neuen Regeln für die Überwachung von digitalen Währungen, deren Wert an konventionelle Devisen gebunden ist, zu beschleunigen.

Kryptowährungen wie Bitcoin sind extrem schwankungsanfällig. Das zeigt sich schon daran, dass ein Bitcoin vor gerade mal drei Monaten mehr als doppelt so viel wert war wie aktuell. Mitte April wurde ein Rekordhoch von fast 65 000 Dollar markiert. Danach aber fielen die Kurse vieler Digitalwerte.

Die nun durchbrochene Marke von 30 000 Dollar galt einigen Finanzhändler als symbolisch wichtig. Wenn solche Marken fallen, kann es anschließend erst recht zum Ausverkauf kommen und weiter bergabgehen - oder auch nicht, Prognosen sind auf dem notorisch volatilen Kryptomarkt besonders mit Vorsicht zu genießen. Vijay Ayyar, der Leiter der Asien-Pazifik-Region bei der Kryptowährungsbörse Luno in Singapur, wagte jedenfalls folgende Prognose: "Wir werden uns für den Rest des Jahres zwischen 20 000 und 40 000 Dollar bewegen." Die schönen Aussichten für das Kryptogeschäft, die Mitte April den Bitcoin auf einen Rekordkurs von fast 65 000 Dollar getrieben hatten, werden nun in Frage gestellt. Der Finanzdienst Bloomberg hat nachgerechnet: Demnach sind Bitcoins dieses Jahr nur um rund zwei Prozent gestiegen, der breite US-Aktienindex S&P 500 legte dagegen um rund 13 Prozent zu, war also das deutlich besser Investment. "Investoren, die in Kryptowährungen investieren, wissen, dass Volatilität ein Teil davon sein wird", sagte Michael Sonnenshein, Vorstandsvorsitzender von Grayscale Investments, in einem Interview auf Bloomberg TV.

© SZ vom 21.07.2021 / dpa/Bloomberg
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