Einer der wichtigsten Cum-Ex-Prozesse der vergangenen Jahre steht vor dem Abschluss. An diesem Montag haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung von Kai-Uwe Steck ihre Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft Köln sieht es laut ihrem Vortrag als erwiesen an, dass der 55-Jährige Steueranwalt maßgeblich daran beteiligt war, den Fiskus zusammen mit anderen Tatbeteiligten mit komplizierten Cum-Ex-Geschäften um 427 Millionen Euro zu betrügen. Sie fordert deshalb eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten, eine Einziehung von Taterträgen in Höhe von 25 Millionen Euro und ein Berufsverbot für den Rechtsanwalt von vier Jahren. Weil das Verfahren schon ungewöhnlich lange dauert, plädierte der Staatsanwalt darauf, sechs Monate der Freiheitsstrafe als vollstreckt anzusehen. Dass die Strafforderung nicht höher ausgefallen ist, lag daran, dass Steck sich als Zeuge frühzeitig der Staatsanwaltschaft gestellt und umfassend ausgepackt hat. Damit habe Steck „erheblich“ zur Aufklärung des Steuerskandals beigetragen, sagte Staatsanwalt Jan Schletz.
SteuerskandalStaatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafe für Cum-Ex-Kronzeugen
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Mehr als drei Jahre Gefängnis, 25 Millionen Euro Rückzahlung: Das fordert die Staatsanwaltschaft im Verfahren gegen Kai-Uwe Steck, einen der wichtigsten Cum-Ex-Kronzeugen. Doch die Verteidigung verweist auf seine Rolle als Aufklärer.
von Nils Heck, Bonn