Krisengipfel in Brüssel – Angela Merkel

Hat in großen europäischen Runden schon so manche Rolle übernommen. Als sie sich in der ersten großen Krise 2008 stur stellte, war sie Madame Non; als es im Frühjahr 2010 um das erste Griechenland-Paket ging, war sie Madame Oui; und dazu gab sie immer mal wieder die Ms. Europa. Mal stritt sie sich mit Sarkozy erbittert, mal boxte sie Seit an Seit mit dem französischen Staatspräsidenten alle Anliegen so schnell durch, dass der Rest Europas resigniert über den "Klub der 2" lamentierte, der doch ohnehin alles selbst entscheide. Die Rolle an diesem Mittwoch dürfte zwiespältig sein. Denn in vielen Fragen hat Merkel den Rest des Kontinents schon auf Kurs gebracht, offen ist allerdings noch die zukünftige Rolle der Europäischen Zentralbank: Viele Politiker wollen, dass die Frankfurter Institution weiterhin Staatsanleihen angeschlagener Euro-Staaten aufkaufen darf - Merkel kämpft dagegen an. Für sie ist die EZB in dieser Frage nicht zuständig, Staatsanleihenaufkäufe sollen über die erweiterte EFSF laufen.

Bild: dapd 26. Oktober 2011, 14:122011-10-26 14:12:35 © sueddeutsche.de/hgn