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Krise in Griechenland:Unaufhaltsam in die Pleite

Um das neueste Loch zu stopfen, müssten entweder die Griechen noch mehr sparen oder aber die Europäer noch mehr Milliarden geben. Da beides nicht infrage zu kommen scheint, bleiben nur Staatsbankrott und Austritt aus der Euro-Zone. Das ist riskant - allerdings für die Griechen mehr als für die anderen Länder.

Manchmal reicht es, eins und eins zusammenzuzählen, um zu wissen: Das kann nicht gut gehen! Um das neue Loch im griechischen Sanierungsprogramm zu stopfen, müssten entweder die Griechen noch mehr sparen oder aber die Europäer noch mehr Milliarden geben. Da beides nicht infrage zu kommen scheint, wird sich die Regierung von Premier Samaras im September wohl für zahlungsunfähig erklären müssen.

Für einen solchen Staatsbankrott innerhalb der Euro-Zone gibt es kein Drehbuch, so wie es für das gesamte Management der Krise kein Drehbuch gibt. Klar ist nur: Juristisch gibt es keine, politisch kaum eine Handhabe, die Griechen einfach aus der Währungsunion zu werfen. Allein die Europäische Zentralbank hätte indirekt die Möglichkeit, Athen den Geldhahn zuzudrehen und Samaras damit faktisch zum Austritt zu zwingen.

Für die griechische Regierung wäre ein solcher Austritt mit unkalkulierbaren Risiken verbunden, mit größeren jedenfalls als für die verbleibenden Euro-Länder. Dennoch wird sie sich wohl auf das Abenteuer einlassen müssen. Mag sein, dass die von Angela Merkel angeführten Euro-Krisenmanager daran eine Mitschuld tragen, man darf aber Ursache und Wirkung nicht verwechseln: Hauptschuld tragen die Griechen selbst. Dass es ausgerechnet der ehemalige Blockadepolitiker Samaras sein könnte, der den Konkursantrag stellt, ist dabei von besonderer Ironie.

© SZ vom 23.07.2012/olkl

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