Krauss-Maffei Wegmann verklagt Ex-Manager Ab einer Million Euro gibt es in Deutschland in der Regel kein Pardon mehr

Bereits im Dezember 2013 hatte ein früherer Rüstungseinkäufer im Verteidigungsministerium in Athen der dortigen Staatsanwaltschaft gestanden, bei vielen Geschäften bestochen worden zu sein. Auch beim PzH-2000-Deal. Im Vernehmungsprotokoll taucht auch der Name des ehemaligen KMW-Managers auf, der nun so viel Ärger hat.

Wären die mutmaßlichen Taten Ende 2013 bereits entdeckt gewesen, könnte die Anfang 2014 abgegebene Selbstanzeige zu spät gekommen sein. Ab einer Million Euro hinterzogener Steuern gibt es in Deutschland in der Regel kein Pardon mehr, sondern Gefängnis.

Das droht dem KMW-Rentner auch in Griechenland. Die Athener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Bestechung. Ein Gericht in der griechischen Hauptstadt hat sogar einen internationalen Haftbefehl erlassen, nachdem der Ex-Manager nicht zur Vernehmung gekommen war. Er soll krank und derzeit nicht reisefähig sein, doch der Haftbefehl gilt.

Dem Rentner bleibt nur noch eins: den Kronzeugen machen

Die Bundesrepublik liefert den früheren KMW-Mann derzeit nicht aus, aber Reisen ins Ausland sind nicht mehr möglich, weil andere Staaten ihn nach Athen überstellen würden. Im schlimmsten Fall für den Ex-Manager könnte dieser in Abwesenheit in Athen zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt werden, die er möglicherweise sogar absitzen müsste. Lauter Ärger, nichts als Ärger. Mit dem Fiskus, mit dem Ex-Arbeitgeber, mit der deutschen und der griechischen Justiz, bis hin zu einer Hausdurchsuchung. Dem Rentner bleibt eigentlich nur noch eine Chance: auspacken, den Kronzeugen machen.

Der frühere KMW-Manager weiß viel. Über das Geschäft mit den Panzerhaubitzen und vielleicht auch über den Deal mit 170 Leopard-2-Panzern, die für 1,7 Milliarden Euro an Griechenland verkauft worden waren. Auch da soll Schmiergeld geflossen sein, ebenfalls über einen Berater in Athen.

Ein Ex-Angestellter des Rüstungskonzerns sagt, intern sei bekannt gewesen, dass der Panzer-Deal nur mit sogenannten nützlichen Aufwendungen, also Schmiergeld, funktioniert habe. Das sei via Berater in Athen erledigt worden. KMW sagt dazu seit Monaten, man habe Bestechungsgelder weder gezahlt noch zahlen lassen, und man habe die Mitarbeiter und Geschäftspartner dazu verpflichtet, sich "strikt rechtmäßig" zu verhalten.

Dieser Theorie zufolge wäre der Ex-Manager, der sich bereichert haben soll, ein Einzeltäter gewesen. Der KMW-Rentner äußert sich derzeit nicht zu den Vorwürfen gegen ihn. Aber einer, der den Fall gut kennt, ist sich sicher: Viele bei Krauss-Maffei Wegmann hätten bei vielen Dingen mitgemacht. Und der in Kassel verklagte Ex-Manager könne vieles darüber erzählen.