Eine renommierte und engagierte Staatsanwältin wirft hin und wechselt zu einer Nichtregierungsorganisation. Das passiert selten. Bei der 50-jährigen Kölner Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker müssen Ärger und Enttäuschung riesengroß gewesen sein. Sie leitete die deutschlandweit einzige Hauptabteilung für Cum-Ex-Ermittlungen. Geschätzte zwölf Milliarden Euro sollen Cum-Ex-Geschäfte die Steuerzahler gekostet haben. Jetzt wechselt sie zur Bürgerbewegung Finanzwende. Ihre Begründung ist eine Ohrfeige für die deutsche Politik: "Ich war immer mit Leib und Seele Staatsanwältin, aber ich bin überhaupt nicht zufrieden damit, wie in Deutschland Finanzkriminalität verfolgt wird."
MeinungCum-Ex-SkandalFinanzkriminalität ist eine Gefahr für die Demokratie

Kommentar von Markus Zydra, Frankfurt
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Deutschlands renommierteste Staatsanwältin wirft hin. Sie ist enttäuscht, weil die Regierung nicht entschieden genug gegen Schwarzgeld kämpft. Dabei müssten die Politiker eigentlich wissen, was zu tun ist.
