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Braucht man das?:Kopfhörer HD 560s von Sennheiser

Schlichte Form, guter Klang: Sennheisers HD 560s.

(Foto: oh)

Daheim Musik genießen, ohne dafür das Konto leerräumen zu müssen? Das will Sennheiser mit dem HD 560s ermöglichen.

Von Helmut Martin-Jung

Es kann so einfach sein: Ein Kopfhörer, der nur ein Kopfhörer ist. Kein akkubetriebenes elektronisches Wunderwerk mit Funkempfang und Geräuschreduzierung. Einfach nur ein analoger Kopfhörer, mit dem man in Ruhe Musik hören kann. Sennheisers HD 560s eignet sich auch kaum zum Joggen, dem widerspricht die offene Bauweise, die Außengeräusche durchlässt. Die Zielgruppe ist damit klar: Menschen, die Musik zu Hause bewusst hören wollen, ohne dafür ein kleines Vermögen auszugeben. Denn mit einem Listenpreis von 200 Euro liegt der 560s um Einiges unter dem, was man für audiophile Hörer ausgeben kann.

Über die Ausstattung gibt es nicht viel zu sagen: Ein drei Meter langes, robust wirkendes Kabel liegt bei, das an einer der beiden Ohrmuscheln angeschlossen wird, je nachdem, auf welcher Seite man das Kabel haben will. Dazu ein Adapter vom 6,3-Millimeter-Klinkenstecker auf einen mit 3,5 Millimeter - das war's.

Viel Kunststoff fällt einem ins Auge, das gefällt nicht jedem. Aber er ist hochwertig verarbeitet, und die Gitter außen an den Ohrmuscheln sind immerhin aus Metall. Vorteil der Übung: Der Kopfhörer ist nicht schwer, 240 Gramm wiegt er bloß. Obwohl er ziemlich stramm sitzt, drückt deshalb auch bei längerem Hören nichts. Dazu tragen auch die weichen Polster an den Ohrmuscheln bei, die man übrigens wechseln kann.

Der Kopfhörer hat eine Impedanz von 120 Ohm, damit kann er sowohl an Stereoanlagen oder Fernseher angeschlossen werden als auch an mobile Geräte - sofern die noch eine analoge 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse haben. Falls nicht, hilft ein Adapterkabel etwa von USB-C oder Apple Lightning-Anschluss auf 3,5 Millimeter-Klinke. Die sind relativ teuer (ab etwa zehn Euro), weil darin ein Baustein zum Umwandeln von digitalen auf analoge Informationen steckt.

Und wie schlägt sich der HD 560s beim wichtigsten Merkmal, dem Klang? Wer in-Ear-Hörer à la Apple Airpods gewöhnt ist, wird ein Aha-Erlebnis haben. Das Klangbild ist viel offener, breiter gestaffelt. Auch tiefe Hiphop-Bässe haben noch Kontur. Stimmen klingen präsent, Streicher seidig. Auch im Vergleich zu manchen elektronisch aufgepeppten Konsorten wirkt der Sennheiser ehrlicher und direkter. So fein differenziert wie weitaus teurere Kopfhörer der Audiophilen-Fraktion ist er freilich nicht. Fazit: Sennheiser hat die Zielgruppe getroffen - mehr Kopfhörer brauchen die meisten wohl nicht.

© SZ
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