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Konzept zur Steuerreform:Erbschaftsteuer

Bisher zahlen Erben je nach Verwandtschaftsgrad und Höhe des Nachlasses Steuersätze zwischen sieben und 50 Prozent. Es gibt drei Steuerklassen, 13 verschiedene Steuersätze und fünf unterschiedliche Freibeträge, die von 500.000 Euro bei Ehepartnern über 400.000 Euro bei Kindern bis 20.000 Euro bei Nichtverwandten reichen. Vor allem die Vorschriften für Erben von Unternehmen sind höchst kompliziert.

Erbschaftssteuer

Drei Steuerklassen, 13 Steuersätze, fünf Freibeträge: Die derzeitigen Regeln zur Erbschaftsteuer sind kompliziert. In Kirchhofs Modell sollen alle außer Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern zehn Prozent zahlen. Firmenerben sollen die Steuer abstottern können.

(Foto: Hans Wiedl/dpa)

Einerseits will niemand, dass sie zum Verkauf des Betriebs gezwungen sind, nur um die Erbschaftsteuer bezahlen zu können. Andererseits sollen sie gegenüber Erben von Bargeld aber auch nicht bevorzugt werden. Das hat schon das Bundesverfassungsgericht so entschieden. Deshalb gibt es eine Fülle höchst umstrittener Vorschriften, die dafür sorgen, dass ein Firmenerbe nur so lange weitgehend von der Erbschaftsteuerzahlung verschont bleibt, wie er den Betrieb fortführt und die Zahl der Beschäftigten nicht in großem Stil zurückfährt.

Im Kirchhof-Konzept bleiben Zuwendungen unter Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern grundsätzlich steuerfrei. Alle anderen Fälle werden pauschal mit zehn Prozent besteuert, wobei Kinder einen Freibetrag von 400.000 Euro und alle anderen Erben von 50.000 Euro in Anspruch nehmen können.

Firmenerben können die Zahlung der Erbschaftsteuer über zehn Jahre abstottern, die Belastung liegt also nur bei einem Prozent pro Jahr. Das Gesamtaufkommen der Erbschaftsteuer steigt Kirchhof zufolge mit seinem Modell dennoch von heute vier Milliarden auf zwölf Milliarden Euro pro Jahr.

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