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Konten in der Schweiz:Diktatoren und ihr Geld

Mit Vorliebe bunkern die Potentaten dieser Welt ihr Geld auf Schweizer Konten. Mit der Rückgabe an die einzelnen Länder kann es schon mal etwas dauern. Ein Überblick in Bildern.

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Konten in der Schweiz:Jean-Claude Duvalier

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Quelle: STR

Mit Vorliebe bunkern die Potentaten dieser Welt ihr Geld auf Schweizer Konten. Mit der Rückgabe an die einzelnen Länder kann es schon mal etwas dauern - ein neues Gesetz erleichtert die Rücktransferierung nun. Ein Überblick in Bildern.

"Baby Doc" nannten sie ihn, in Anlehnung an seinen Vater "Papa Doc". Zur schrecklichen Bilanz des haitianischen Diktators Jean-Claude Duvalier zählen nicht nur viele tausend Tote, sondern auch einige hundert Millionen Dollar aus der Staatskasse gestohlenes Geld. Rund sieben Millionen Dollar davon landeten in der Schweiz. Dank eines neues Gesetzes kann Haiti nun die Rückgabe dieses Geldes erwarten.

Texte: Johannes Aumüller

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Konten in der Schweiz:Ferdinand Marcos

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Quelle: AFP

Im Februar 1986 endete auf den Philippinen eine mehr als 20-jährige Regentschaft - Ferdinand Marcos floh nach einem Aufstand ins amerikanische Exil. Für die Zeit danach war gut vorgesorgt: Fünf bis zehn Milliarden Dollar hatte er den Staatskassen entnommen, kaum jemand beutete sein Land mehr aus. Die Schweiz blockierte kurz nach der Flucht Marcos' Vermögen in Höhe von 683 Millionen Dollar und zahlte das meiste zehn Jahre später an die Behörden in Manila zurück.

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Konten in der Schweiz:Sani Abacha

Sani Abacha, 1998

Quelle: AP

Er herrschte fünf Jahre lang in Nigeria als brutaler Militärdiktator, er starb 1998 unter dubiosen Umständen in seinem Haus - und mit Blick auf die Schweizer Konten hält Sani Abacha einen unrühmlichen Rekord. 700 Millionen Dollar hatte er dort auf Konten gebunkert. Der Rückfluss des Geldes dauerte lange, erst vor knapp zwei Jahren gab die eidgenössische Regierung die letzte Tranche an Nigeria zurück.

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Konten in der Schweiz:Vladimiro Montesinos

Vladimiro Montesinos  im Gerichtssaal, 2002

Quelle: AP

Vladimiro Montesinos war von 1990 bis 2000 peruanischer Geheimdienstchef unter Alberto Fujimori - Zeit genug, um 100 Millionen Dollar in die Schweiz abzuschieben, die mittlerweile wieder zurückgezahlt sind. Im September 2000 erschütterte ein Video das Land, das Montesinos bei der Übergabe von 15.000 Dollar an einen Oppositionsabgeordneten zeigte. Montesinos wurde wegen Korruption und illegaler Waffenlieferungen zu 20 Jahren Haft verurteilt.

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Konten in der Schweiz:Carlos Salinas

SALINAS

Quelle: AP

Etliche Skandale begleiteten die Regierungsjahre des mexikanischen Staatspräsidenten Carlos Salinas (1988 bis 1994). Unter anderem soll sein wegen Mordes verurteilter Bruder Raul Salinas Staatsgelder veruntreut und ins Ausland geschafft haben - auch in die Schweiz. Vor knapp drei Jahren gab die Eidgenossenschaft 74 Millionen Dollar "offensichtlich kriminellen Ursprungs" an Mexiko zurück.

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Konten in der Schweiz:Mobutu Sese Seko

Mobuto Sese Seko

Quelle: dpa

Eine der korruptesten Diktaturen Afrikas errichtete Mobutu Sese Seko, als er von 1965 bis 1997 als Präsident der Demokratischen Republik Kongo - von 1971 bis 1997 unter dem Landesnamen Zaire - herrschte. Fünf Milliarden Dollar Privatvermögen soll er in der Zeit aufgebaut haben, rund acht Millionen Dollar schob er auf Konten in der Schweiz. Es dauerte ewig, bis die Verantwortlichen dort das Geld zurücktransferieren konnten - weil der Mobutu-Clan im Kongo immer noch über viel Einfluss verfügte.

© sueddeutsche.de/aum
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