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Konsumlaune noch stabil:Teure Möbel und ein bisschen Angst

Die Deutschen kaufen im Juli sogar noch lieber ein als im Juni. Sparen ist im Moment nicht sehr lukrativ. Doch die Stimmung der Verbraucher könnte bald kippen: Sie fürchten, dass die Krise nach Deutschland kommt.

Die Krise scheint bei den deutschen Verbrauchern noch nicht angekommen zu sein. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kaufen sie weiterhin gerne ein und planen sogar Großeinkäufe.

Statt ihr Geld auf niedrigverzinst anzulegen, investieren die Verbraucher lieber in Möbel oder gleich in Immobilien. Außerdem ging die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten stetig zurück und liegt nun bei 6,6 Prozent. Die Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr 2012 liegen deutlich über denen des Vorjahres. In diesem Jahr dürften die Tarifeinkommen für gut 15 Millionen Beschäftigte im Schnitt nominal um 2,7 Prozent zulegen. Im vergangenen Jahr hatte indes die Inflationsrate das Tarifplus wieder aufgezehrt. Nun liegt die Entwertungsquote unter zwei Prozent - eine psychologisch wichtige Marke, sagt die GfK.

All das trägt laut GfK dazu bei, dass die Kauflust steigt. Auf ihrer Skala für die Anschaffungsneigung der Deutschen stieg der Wert um 3,1 auf 35,8 Punkte. Das sogenannte Konsumklima-Barometer der GfK steht nun bei 5,9 Punkten - 0,1 Punkt mehr als im Juni.

In der Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts, die schlecht ausgefallen ist, sind daher auch die Einzelhändler die einzigen, die zuversichtlich sind. Sie schätzten im Juli ihre Lage und ihre Geschäftsaussichten günstiger ein als im Monat zuvor. Der private Konsum schiebt laut GfK die Wirtschaft entscheidend an und dürfte im laufenden Jahr um ein Prozent steigen.

Trotz ihrer - vielleicht auch der Urlaubslaune geschuldeten - Einkaufslust, befürchteten die Teilnehmer der GfK-Umfrage, dass auch die deutsche Wirtschaft in den Krisenstrudel gezogen wird. Die Konjunkturentwicklung sehen sie pessimistisch. Auf der Skala der GfK sank der entsprechende Wert um 8,6 Punkte auf den Wert minus 5,6. Dass entspricht dem Ifo-Trend: Der Geschäftsklima-Index war am vergangenen Mittwoch zum dritten Mal in Folge gesunken.

© süddeutsche.de/Reuters/dpa/AFP/dapd/vgr
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