Konsum:Immer noch Bio, aber vom Discounter

Die steigenden Preise haben den Appetit auf Bio-Lebensmittel nicht verdorben. "Die gute Nachricht ist: Bio bleibt stabil und zwar stabiler als der Lebensmittelmarkt insgesamt", sagte Tina Andres vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). "Insgesamt sind die Bio-Kunden treu geblieben." Diese hätten jedoch ihr Einkaufsverhalten teilweise verlagert und würden verstärkt Bio-Produkte in Discountern und Supermärkten statt im Naturkostfachhandel kaufen. Im ersten Halbjahr 2022 gaben Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland nach BÖLW-Angaben 35 Prozent mehr für Bio aus als im ersten Halbjahr 2019. Der allergrößte Teil davon geht auf Steigerungen der Absatzmenge zurück, ein kleinerer Teil auf die Preisentwicklung, sagte Andres. Das zeige, dass es einen Bewusstseinswandel in der Corona-Zeit zu mehr Bio gegeben habe. Der Boom der Jahre 2020 und 2021 werde aktuell aber nicht erreicht. Der Ukraine-Krieg habe geringere Auswirkungen auf die Bio-Branche als auf die konventionelle Lebensmittelwirtschaft, so Andres. Die Regale im Bioladen seien immer gefüllt gewesen. Was sich aber bemerkbar mache, seien die steigenden Energiepreise und Probleme bei den Lieferketten.

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