Konkurrenz durch Billigflieger:First Class wird weitgehend abgeschafft

Alle Standorte außer München und Frankfurt sollen mit der Billigfluggesellschaft Germanwings zusammengelegt werden. Einem Sprecher zufolge ist noch unklar, ob dies unter dem Dach von Germanwings oder dem von Lufthansa geschieht. Die Flotte in diesem Segment soll auf ein Modell (Airbus A320) vereinheitlicht werden. Auch eine Entscheidung über die künftige Marke ist noch nicht gefallen. Lufthansa hatte das eigene Angebot mit dem von Germanwings zuletzt immer mehr verflochten, war aber vor einer echten Fusion lange zurückgeschreckt.

Für die Passagiere ändert sich vor allem auf der Langstrecke Einiges: Auf einem großen Teil der Großraumflugzeuge will sie künftig keine First Class mehr anbieten. Diese soll es nur noch auf Strecken geben, auf denen mit dem luxuriösen Produkt wirklich Geld zu verdienen ist. Stattdessen erwägt die Fluggesellschaft, eine sogenannte Premium Economy Class einzuführen. Dabei handelt es sich um eine aufgewertete Economy Class, die aber nicht an das Niveau der Business Class heranreicht. Lufthansa hatte diesen Schritt über viele Jahre abgelehnt, um zu verhindern, dass preisbewusste Geschäftsreisende aus der wesentlich teureren Business Class auf die günstigeren Sitze abwandern. Viele Konkurrenten wie British Airways oder Qantas bieten solch ein Produkt aber bereits seit Jahren an und haben nach eigenen Angaben damit auch großen Erfolg.

Von den rund 900 Millionen Euro, um die Lufthansa ihr Ergebnis im Passagiergeschäft steigern will, sollen rund 300 Millionen durch höhere Umsätze erreicht werden und 600 Millionen durch niedrigere Kosten. Dies könne zum Beispiel dadurch erreicht werden, wenn gleichzeitig der Treibstoffverbrauch, die Personalkosten, die Gebühren und die Kosten für Wartung oder Catering um fünf Prozent sinken. Spohr macht in seinem Schreiben deutlich, dass Lufthansa weitere Milliardeninvestitionen etwa in neue Langstreckenmaschinen erst dann beschließen werde, "wenn erste Erfolge der oben beschriebenen Maßnahmen erkennbar sind". Spohr äußerte sich nicht zum Thema Entlassungen.

© SZ vom 21.04.2012/rela
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