Konjunktur:Brummt die Wirtschaft, profitieren Anleger

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Die Finanzämter

Die anhaltend gute Konjunktur macht sich auch bei den staatlichen Einnahmen bemerkbar. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung weisen zusammen einen Jahresüberschuss von 38 Milliarden Euro aus, so hoch wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die nächste Bundesregierung kann also mehr Geld ausgeben - oder Steuereinnahmen mindestens teilweise an die Steuerzahler zurückgeben.

Der geschäftsführende Bundesminister Peter Altmaier (CDU) war mit einem Richtwert von 45 Milliarden Euro in die Sondierungen mit CDU, CSU und SPD zur Bildung einer Regierungskoalition gegangen. Die Ausgabenwünsche sind allerdings deutlich höher, sie liegen bei 100 Milliarden Euro. An diesem Freitag wird das Bundesfinanzministerium den offiziellen Jahresabschluss 2017 vorlegen. Der Überschuss soll knapp vier Milliarden Euro betragen. Addiert man die nicht benötigten 6,7 Milliarden Euro aus der Rücklage hinzu, hat der Bund 10,4 Milliarden Euro mehr eingenommen als ursprünglich geplant.

Die Aktionäre

Brummt die Wirtschaft, profitieren Anleger. Als Miteigentümer der Firmen verdienten sie deshalb im vergangenen Jahr auch besonders gut, und zwar gleich doppelt: So stieg beispielsweise der Leitindex Dax für die 30 größten an der Börse notierten deutschen Unternehmen um gut elf Prozent. Die Nebenwerte-Indizes M-Dax und S-Dax legten sogar um 17 beziehungsweise 23 Prozent zu. Neben den Kursgewinnen bekommen Aktionäre aber auch direkt etwas von den Unternehmensgewinnen ab - über die Ausschüttungen, die Dividenden. Für Deutschland rechnet Mathieu Meyer von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY mit einem Bestwert: Allein die Dax-Konzerne dürften demnach mehr als 33 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner überweisen. Der Vermögensverwalter Allianz Global Investors geht sogar von 35,2 Milliarden Euro aus. Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut hält ein Plus der Dividenden "im einstelligen Prozentbereich" für wahrscheinlich.

Allerdings profitieren die Aktien-skeptischen Deutschen davon eher wenig: Der Dividendenrekord komme vor allem ausländischen Anlegern zugute, sagt EY-Experte Meyer: "2017 lagen im Durchschnitt nur 35 Prozent der Dax-Aktien in den Depots deutscher Anleger."

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