Konjunktur:Weidmann: EZB kann neue Krise nicht stoppen

Der Bundesbank-Chef warnt die Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken. Das Wachstum trübe sich stärker ein als erwartet. Berlin müsse sich wappnen, weil die Europäische Zentralbank kaum reagieren könne.

Der Bundesbank-Chef warnt die Bundesregierung vor gestiegenen Konjunkturrisiken. Zwar sei das Wachstum noch "intakt", doch die politischen Risiken würden "zunehmen", sagte Weidmann nach Informationen des Handelsblatts bei einer Sitzung des Bundeskabinetts. Die Bundesbank senkte ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 2,5 auf 2,0 Prozent. Die Eintrübung der Konjunktur falle stärker aus als zunächst erwartet, sagte Weidmann demnach. Dies belege: Die gute Wirtschaftsentwicklung könne nicht ewig so weiterlaufen. Insbesondere die protektionistische Handelspolitik der US-Regierung könne die deutsche Wirtschaft treffen. Die Bundesregierung müsse sich daher auf schlechtere Zeiten vorbereiten. Dies gelte insbesondere, weil die Europäische Zentralbank (EZB) im nächsten Abschwung kaum reagieren könne. Es werde längere Zeit dauern, bis sich die Geldpolitik in normalem Fahrwasser befinde. Da die EZB im Zweifel kaum etwas gegen eine neue Krise ausrichten könne, müsse die Finanzpolitik die Aufgabe übernehmen.

© SZ vom 16.07.2018 / SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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