Konjunktur Bundesbank-Chef verteidigt Bargeld

Bundesbank-Chef Jens Weidmann spricht sich vehement gegen eine Abschaffung des Bargelds aus. Das forderten zuletzt Fachleute, um die Konjunktur anzukurbeln.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann hat sich vehement gegen eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen. Auf einem Symposium der Bundesbank wandte er sich am Montag gegen Argumente von Ökonomen, die mit einem solchen Schritt die Konjunktur ankurbeln wollen. Vor dem Hintergrund der extrem niedrigen Leit- und Kapitalmarktzinsen hatten sich zuletzt einige Volkswirte dafür ausgesprochen, Scheine und Münzen abzuschaffen, etwa der Wirtschaftsweise Peter Bofinger und der US-Ökonom Kenneth Rogoff. Dahinter steht die Idee, Notenbanken könnten dann Geschäftsbanken und diese in der Folge ihren Kunden Negativzinsen für Guthaben abverlangen. Geld zu horten könne so weniger attraktiv werden - wodurch Anreize für Investitionen und mehr Konsum gegeben würden.

Die Geldpolitik der Notenbanken würde so wirksamer, lautet das Argument. Es steht für Weidmann aber auf tönernen Füßen. Eine der wesentlichen Ursachen des momentanen Niedrigzinsumfelds liege im flauen Wirtschaftswachstum vieler Volkswirtschaften. "Wenn also die Wachstumsschwäche den Kern des Problems darstellt, dann gilt es, diese Schwäche zu überwinden, anstatt kühne Akrobatik in der Form zu betreiben, das Bargeld abschaffen zu wollen", sagte Weidmann.