Kohlendioxid-Schwindel:Bund verschont die Konzerne bei Abgasmessungen

Verkehr in Deutschland: A2 nördlich von Hannover

Mehr Strombedarf wegen mehr Elektromobilität: Ein Windrad in der Nähe der Autobahn A 2 nördlich von Hannover.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
  • Die neue Abgasmess-Methode WLTP (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure) soll international für ehrlichere Resultate sorgen soll.
  • Ob aber beim Kohlendioxid die Grenzwerte eingehalten werden, soll sich in der EU weiter nach den industriefreundlichen Ergebnissen des sogenannten Neuen Europäischen Fahr-Zyklus richten.

Von Klaus Ott, Berlin/München

Der Autotest im Labor dauert gerade mal 20 Minuten, die Geschwindigkeit beträgt im Durchschnitt zwischen 34 und maximal 120 Kilometer pro Stunde; das Fahrzeug legt dabei umgerechnet elf Kilometer zurück. Ein Viertel der Zeit bewegt sich das Auto gar nicht. Sonderausstattungen, die zusätzlich Treibstoff kosten und zu mehr Emissionen führen, werden nicht berücksichtigt. So wird gegenwärtig in Europa ermittelt, wie viel Kohlendioxid (CO₂) die einzelnen Modelle ausstoßen. Das Problem: Mit dem, was an klimaschädlichem CO₂ wirklich durch den Auspuff kommt, haben die Messergebnisse nicht viel zu tun. Das Testverfahren, genannt Neuer Europäischer Fahr-Zyklus (NEFZ), sei "nicht realitätsnah", räumt das Bundesumweltministerium ein.

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