Nachhaltigkeit:Elektrogeräte werden in Deutschland nicht immer recycelt

Demonstration On Close-Down Plans Of Nokia

Ihre alten Handys schmeißen die Deutschen vergleichsweise selten in den Restmüll. Bei PC-Mäusen und Tastaturen ist das Umweltbewusstsein hingegen geringer.

(Foto: Christof Koepsel/Getty Images)

Smartphones, die im Mülleimer landen und Elektrogeräte, die nicht nur in der Herstellung ressourcenintensiv sind - wie umweltbewusst gehen die Deutschen mit digitalen Technologien um? Eine Studie liefert nun Erkenntnisse.

Von Mirjam Hauck

Viele Millionen Handys liegen ungenutzt in Schubladen herum. Dass dies nicht der optimale Lagerplatz für Altgeräte ist, in denen 50 bis 60 wertvolle Rohstoffe wie Silber, Gold, Platin und Nickel stecken, weiß man eigentlich - und auch, dass sie nicht in den Hausmüll gehören. Ebenso erfreut nicht jedes alte Gerät noch die eigenen Eltern oder Kinder. Und es lässt sich auch nicht immer gewinnbringend bei Ebay verkaufen. Aber was passiert nun damit, wenn die Schublade ausgedient hat? Der Branchenverband Bitkom hat in einer repräsentativen Studie untersucht, wie es die Menschen in Deutschland mit dem Umwelt- und Klimaschutz halten, wenn es um digitale Technologien geht. Und damit auch, wie sie mit alten Elektrogeräten umgehen.

Nach Angaben der Studie haben 38 Prozent der Menschen in den vergangenen zwölf Monaten ein IT-Gerät wie Computermäuse, Smartphones, Fernseher und Laptops entsorgt. Das passierte aber nicht immer fachgerecht. Gut jeder fünfte Befragte gibt an, dass er schon einmal ein Elektrogerät im Hausmüll entsorgt hat. Während Handys nur zu einem Prozent dort landen und 36 Prozent verschenkt oder verkauft werden, werden zwölf Prozent des entsorgten PC-Zubehörs wie Mäuse oder Tastaturen in den Hausmüll geworfen. Am populärsten ist der Wertstoffhof dagegen noch für Großgeräte wie Fernseher: 40 Prozent landen dort. Immerhin 31 Prozent der Fernseher werden bei einem stationären Händler abgegeben, der sie ebenfalls fachgerecht entsorgen oder recyceln kann.

Geht es um Geräte, die noch in Betrieb sind, gibt gut die Hälfte an, dass sie Stand-by-Funktionen vermeiden und die Geräte bei Nichtnutzung komplett abschalten. Ein Fünftel reduziert sogar die Helligkeit von Bildschirmen und fast ebenso so viele sagen, dass sie bewusst kleinere Monitore verwenden um Energie zu sparen. Drei Viertel (74 Prozent) geben an, dass sie die Geräte möglichst lange nutzen wollen, bevor sie sich neue kaufen. Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: So sagen 82 Prozent der über 65-Jährigen, dass sie Elektrogeräte so lange wie es geht nutzen wollen, bei den 16- bis 29-Jährigen setzen hingegen nur 58 Prozent auf Langlebigkeit.

Nischenthema Öko-Suchmaschinen

Bei der Internetnutzung bevorzugen 55 Prozent der Befragten Verbindungen über Lan oder Wlan statt die Nutzung mobiler Daten. Denn auch das verbraucht in der Regel weniger Energie und damit weniger CO₂. Und jeder und jede Dritte (35 Prozent) deaktiviert beim Videostreaming die Auto-Play-Funktion. Ein Nischenthema sind allerdings ökologische Suchmaschinen und E-Mail-Dienste, bei denen Server mit erneuerbaren Energien betrieben werden oder Einnahmen wie bei der Suchmaschine Ecosia in Baumpflanzprojekte investiert werden. Diese nutzen nur sechs Prozent. Und nur fünf Prozent kompensieren CO₂-Emissionen über entsprechende Apps oder Webseiten.

Die Bitkom hat die Teilnehmenden auch gefragt, worauf sie im Sinne des Klimaschutzes am ehesten verzichten könnten. Die Antworten zeigen, dass das Internet gerade für junge Menschen mittlerweile selbstverständlich ist. Gerade mal ein Prozent der 16- bis 29-Jährigen sagt, dass sie ohne Internet leben könnten. Unter allen Befragten sind es 13 Prozent. Verzichtbar für junge Menschen ist dagegen eher das Fliegen (46 Prozent), Fleisch (39 Prozent) und der Fernseher (35 Prozent).

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