Süddeutsche Zeitung

Kleiderordnung bei BMW:Flipflops und zu viel Sex

BMW baut schicke Autos, darum sollen auch die Mitarbeiter schick sein. Die Belegschaft kleide sich aber zu leger, teils sogar anzüglich, klagt der Autobauer - und fordert Besserung.

Thomas Fromm

Fragt man BMW-Mitarbeiter, wofür Ihre Marke steht, wird nicht lange nachgedacht. Es gibt zwei Antworten: Premium, sagen die Einen. Sportlichkeit, die Anderen. Im Grunde geht es um beides - und den täglichen Spagat zwischen beiden Attributen. Manchmal aber ist der Spagat nicht ganz so einfach - zum Beispiel, wenn es um die interne Kleiderordnung geht.

Zum Beispiel im FIZ, dem großen Forschungszentrum des Autobauers in der Münchner Knorrstraße. Dort wird in diesen Tagen heftig diskutiert. Darüber, was noch geht - und was nicht. Man könnte auch sagen: Wie viel Sportlichkeit verträgt der Traditionshersteller, ohne seinen Premium-Anspruch zu verlieren?

Eine interne Mail an BMW-Entwicklungschef Klaus Draeger, die der SZ vorliegt, erlaubt nun seltene Einblicke in die internen Debatten eines Autoherstellers. "Seit Jahren" beobachte man "mit wachsendem Unmut den zunehmenden Trend vieler Mitarbeiter, in ungepflegter Freizeit- oder gar Strandbekleidung zur Arbeit im FIZ zu erscheinen", heißt es dort.

Zwar erwarte man von den Entwicklungsingenieuren ohne Kundenkontakt zwar "keinen dunklen Anzug mit Krawatte" - aber "lange Hosen und ein gebügeltes Hemd" sollten schon sein. "Abgeschnittene Hosen und Flipflops" seien "Ausdruck der Missachtung des Arbeitgebers".

Besonders pikant sei es, wenn hochkarätige Besucher - auch aus "anderen Kulturkreisen" - auf den Fluren auf Mitarbeiter träfen, die T-Shirts mit expliziten sexuellen Aufforderungen trügen.

Bei BMW bestätigt man die Mail - nimmt das Ganze aber dann doch recht sportlich. Nur ein Satz zu der Angelegenheit: "BMW-Mitarbeiter repräsentieren das Unternehmen und sollten darauf achten, adäquat gekleidet aufzutreten."

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Quelle:
SZ vom 12.02.2010/jcb/hgn
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