Kinderarbeit:Ausbeutung pur

Viele alltägliche Produkte in westlichen Einkaufsregalen werden von Kindern in Sklavenhaltung produziert. Das US-Arbeitsministerium hat diese Erzeugnisse identifiziert - die zehn fragwürdigsten Artikel in Bildern.

Paul Katzenberger

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Juwelenversteigerung

Quelle: dpa

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Viele alltägliche Produkte in westlichen Einkaufsregalen werden von Kindern in Sklavenhaltung produziert. Das US-Arbeitsministerium hat diese Erzeugnisse identifiziert - die zehn fragwürdigsten Artikel in Bildern. 

Eine Angestellte des renommierten Auktionshauses Christie's präsentiert einen Diamanten im Wert von bis zu 3,6 Millionen Euro. Nach dem Bericht des US-Arbeitsministeriums werden Diamanten in sieben Ländern durch erzwungene Kinderarbeit gefördert. Sie liegen allesamt in Afrika. Auf der Liste des Ministeriums stehen: Angola, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Liberia, Sierra Leone und Simbabwe.

BANGLADESH-GARMENT-JAMDANI-WEAVER

Quelle: Farjana K. Godhuly/AFP

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Eine Arbeiterin webt in Bangladesch ein Frauenkleid. Das Land ist ein Beispiel dafür, wie schwierig es ist, Kinderarbeit nachzuweisen. Denn offiziell hat das südasiatische Land die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf anerkannt. Zu diesen zählt auch das Verbot von Kinderarbeit. Dennoch berichten bangladeschische Näherinnen immer wieder davon, im Kindesalter mit der Arbeit begonnen zu haben.  Auch auf der Liste des Arbeitsministeriums taucht der nach China zweitgrößte Textilproduzent auf. Beschuldigt werden daneben die sechs weiteren Länder Argentinien, China, Indien, Jordanien, Malaysia und Thailand.

Farmers plant rice seedlings at their field in Agartala

Quelle: REUTERS

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Bauern pflanzen im Nordosten Indiens Reis: Die Getreideart gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der Menschheit, doch leider auch zu den Top-10-Produkten, die durch Kinderarbeit produziert werden. Das US-Arbeitsminsterium benennt in seinem Bericht Brasilien, Birma, die Dominikanische Republik, Indien, Kenia, Mali, die Philippinen und Uganda als acht Sünderländer.  

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Quelle: AP

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Ein Dorfjunge treibt Rinder vor sich her. Rindfleisch aus Entwicklungsländern dürfte in aller Regel nicht in den Pfannen und Kochtöpfen der westlichen Länder landen, doch das Nahrungsmittel wird in mindestens neun Ländern unter Zuhilfenahme von Kinderarbeit produziert. Das US-Arbeitsministerium listet auf: Bolivien, Brasilien, den Tschad, Äthiopien, Lesotho, Namibia, Paraguay, Uganda und Sambia.

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Quelle: AP

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Kaffee gehört zu den wichtigsten Exportprodukten der Entwicklungsländer. Der Genussstoff zählt daher aber auch zu den wichtigsten Produkten, die durch Kinderarbeit erzeugt werden. Das US-Arbeitsministerium kritisiert diesen Missstand in vielen süd- und mittelamerikanischen sowie einigen afrikanischen Ländern. Zu den 13 Staaten zählen: Kolumbien, die Elfenbeinküste, die Dominikanische Republik, Guatemala, Guinea, Honduras, El Salvador, Kenia, Mexiko, Nicaragua, Panama, Tansania und Uganda.

RNPS IMAGES OF THE YEAR 2010

Quelle: REUTERS

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Die Produktion von Ziegelsteinen liegt in vielen Entwicklungsländern (im Bild Afghanistan) in der Hand von Kindern. Das US-Arbeitsministerium kommt auf 15 Staaten, und zwar Afghanistan, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Birma, Kambodscha, China, Ecuador, Indien, Nepal, Nordkorea, Pakistan, Peru, Uganda and Kolumbien.  

Tabakbauern lehnen Anbau anderer Pflanzen als 'nicht rentabel' ab

Quelle: ddp

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In westlichen Ländern werden Kinder durch immer rigidere Rauchverbots-Regelungen vor den gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums geschützt, doch in Entwicklungsländern werden sie sogar häufig zur Herstellung des Suchtstoffes eingesetzt. Das US-Arbeitsministerium wirft 15 Produktionsländern Kinderarbeit vor - dazu zählen: Argentinien, Brasilien, Indonesien, Kasachstan, Kenia, Kirgistan, der Libanon, Malawi, Mexiko, Mosambik, Nicaragua, die Philippinen, Tansania, Uganda and Sambia.

Reform des Zucker-Marktes - Zuckerrohranbau in Guatemala

Quelle: dpa/dpaweb

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Der achtjährige Geimin Ramirez Barrios hilft seinem Vater Max bei der Zuckerrohrernte in der Region Escuintla in Guatemala. Im Jahr 2005 setzte die Welthandelsorganisation (WTO) durch, dass die EU ihre hohen Barrieren für den weltweiten Handel mit Zucker heruntersetzte. Der Export von Zucker aus der EU wurde auf 1,4 Millionen Tonnen jährlich begrenzt, gleichzeitig ließ die EU aus den ärmsten Zucker-Exportländern zu, um diese so bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Denn für die betroffenen Länder ist der Handel mit dem Produkt extrem wichtig: Die Zuckerindustrie in Guatemala etwa beschäftigt 60.000 Menschen direkt und 300.000 indirekt. Doch ob Kinder durch die größeren Exportmöglichkeiten besser geschützt werden, darf bezweifelt werden. Das US-Arbeitsministerium moniert Kinderarbeit in 15 Zuckerherstellungsländern, zu ihnen zählen: Belize, Birma, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, die Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Kenia, Mexiko, Pakistan, Panama, die Philippinen, Thailand und Uganda.

An employee works inside a cotton factory at Adraj village

Quelle: REUTERS

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Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze, die für die weltweite Textilproduktion trotz aller Kunstfasern noch immer eine enorm wichtige Bedeutung hat. Denn nach wie vor ist Baumwolle die am meisten verwandte Naturfaser für Textilien wie Kleidung aber auch Verbandsmaterial oder Hygieneprodukte wie beispielsweise Wattestäbe. Der hohe Bedarf wird allerdings durch sehr viel Kinderarbeit gedeckt. Das US-Arbeitsministerium sieht das als erwiesen an in den Produzentenländern Argentinien, Aserbaidschan, Benin, Brasilien, Burkina Faso, China, Ägypten, Kasachstan, Kirgistan, Pakistan, Paraguay, Sambia, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan. Das macht 16 Länder.

Goldproduktion in der Rand Refinery in Südafrika

Quelle: picture-alliance/ dpa

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Der Arbeiter eines Umschmelzwerkes hält Goldgranulat in seinen Händen. Das Edelmetall besitzt noch immer eine große Bedeutung für die Schmuckindustrie und als Wertanlage. Entsprechend hoch ist der Bedarf, der nach den Erkenntnissen des US-Arbeitsministeriums in 17 Ländern allerdings durch Kinderarbeit gedeckt wird. Zu diesen zählen Bolivien, Burkina Faso, Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo, Ecuador, Ghana, Guinea, Indonesien, Mali, die Mongolei, Nicaragua, Niger, Nordkorea, Peru, die Philippinen, der Senegal and Tansania.

Besonders häufig taucht auf der Liste des US-Arbeitsministeriums Indien als Land mit hoher Kinderarbeitsproduktion auf. Dort würden 19 verschiedene Produkte von Streichhölzern über Fußbälle bis zu Teppichen hergestellt, so die Behörde. Gefolgt werde das südasiatische Land von Birma und Bangladesch mit jeweils 14 Produkten. 

© sueddeutsche.de
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