Software:Der große Bluff mit der künstlichen Intelligenz

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Software: Frederike Kaltheuner leitete bis vor Kurzem den europäischen AI Fund, einen Zusammenschluss von Stiftungen, und beriet Věra Jourová, die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission. Seit Anfang des Jahres leitet sie die globale Abteilung für neue Technologien und Menschenrechte bei der NGO Human Rights Watch.

Frederike Kaltheuner leitete bis vor Kurzem den europäischen AI Fund, einen Zusammenschluss von Stiftungen, und beriet Věra Jourová, die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission. Seit Anfang des Jahres leitet sie die globale Abteilung für neue Technologien und Menschenrechte bei der NGO Human Rights Watch.

(Foto: Alena Schmick/oh)

Wo künstliche Intelligenz draufsteht, ist oft Dummheit drin. Ein Buch der Netzexpertin Frederike Kaltheuner beleuchtet den Hype um selbstlernende Software. Warum sich Menschen und Unternehmen nutzlose Technik aufschwatzen lassen.

Von Jannis Brühl

Schön ist das Buch nicht, das Frederike Kaltheuner herausgegeben hat, und das ist Absicht. Über die Seiten ziehen sich graue Flecken und Schlieren, als hätte jemand Farbe verschüttet. Schuld an der Geschmacklosigkeit ist Software. "Wir haben uns gefragt, wie wäre es, wenn wir eine künstliche Intelligenz (KI) das Buch gestalten lassen?", sagt die 32-jährige Netzpolitik-Expertin. "Das Endergebnis ist dann visuell entsprechend anstrengend - denn eine KI kann so etwas eigentlich gar nicht." Schon das Design soll die These ihres Buchs beweisen: Ein Großteil der als revolutionär vermarkteten KI-Anwendungen ist wenig mehr als digitaler Schrott, der falsch eingesetzt wird oder gar gefährliche Pseudowissenschaft ist. Kaltheuner arbeitet seit Jahren für netzpolitische Organisationen und erforscht, was digitale Technologie für die Menschen bedeutet. "Fake AI" heißt das Buch, in dem Computerwissenschaftlerinnen, Journalisten und Künstler auf Englisch über die dunkle Seite des KI-Hypes schreiben, der seit einem halben Jahrzehnt die Wirtschaft elektrisiert.

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