Streit der Golfstaaten Katar will im Januar aus der Opec aussteigen

Die Skyline von Katars Hauptstadt Doha am Persischen Golf.

(Foto: Rob Potvin / Unsplash)
  • Das mächtigste Ölkartell der Welt verliert ein Mitglied: Katar werde Anfang 2019 aus dem Verbund austreten, kündigte das Land an.
  • Zuletzt hatte es massive politische Auseinandersetzungen zwischen Katar und anderen Mitgliedern der Opec wie Saudi-Arabien gegeben.

Katar will die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) verlassen. Katars Mitgliedschaft in der Opec werde im Januar 2019 enden, kündigte Energieminister Saad al-Kaabi am Montag in Doha an. Das Ölkartell wurde nach eigenen Angaben am Montagmorgen kurz vor der Bekanntgabe über die Entscheidung informiert.

Der weltgrößte Ölproduzent Saudi-Arabien sowie Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten im Sommer 2017 ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den Golfstaat verhängt. Sie werfen Katar vor, "Terrorismus" zu unterstützen und zu enge Beziehungen zum schiitisch geprägten Iran - dem Erzfeind Saudi-Arabiens - zu pflegen. Doha weist die Vorwürfe zurück.

Opec verhandelt über die Ölförderung im kommenden Jahr

Die Opec liefert ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Öl und verfügt über die größten bekannten Reserven. Das Kartell wurde 1960 von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet. Die Ankündigung Katars kommt kurz vor einem wichtigen Treffen der Opec: Im Dezember wollen die Mitgliedsländer in Wien über die Ölproduktion 2019 beraten. Der saudi-arabische Ölminister Khalid Al-Falih hatte zuletzt angekündigt, sein Land werde nicht mehr Öl fördern, als auf dem Weltmarkt benötigt werde.

Mit niedrigeren Fördermengen könnte die Opec versuchen, den Ölpreis in die Höhe zu treiben: Künstliche Verknappung soll den Rohstoff teurer machen. Der omanische Ölminister Mohammed bin Hamad Al-Rumhy sagte am Sonntag, er erwarte einen Konsens für eine Drosselung. Oman sei bereit, sich der Entscheidung der Opec und ihrer Verbündeter für eine mögliche Kürzung anzuschließen. Russland, das zwar nicht Mitglied der Opec ist, aber zum informellen erweiterten Kreis Opec+ gehört, soll sich zuletzt ebenfalls offen für solche Vorhaben gezeigt haben.

In den vergangenen Wochen war der Ölpreis deutlich gefallen. US-Präsident Donald Trump freute sich über diese Entwicklung, er forderte auch via Twitter niedrigere Preise. Außerdem hatte Trump unter anderem acht Ländern überraschend erlaubt, trotz amerikanischer Sanktionen übergangsweise weiter iranisches Öl zu kaufen. Das hatte Anfang November den Ölpreis weiter gedrückt.

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