bedeckt München 17°

Karriere:Nur jeder Achte bildet sich weiter

Eigentlich will die Politik die Menschen dazu bringen, dass sie sich mehr fortzubilden. Doch eine Studie zeigt: Nur wenige Arbeitnehmer tun dies.

Weiterbildung gilt als Schlüssel, um in der digitalisierten Wirtschaftswelt bestehen zu können. Dass das auch die Politik so sieht, zeigt der jüngste Kabinettsbeschluss zur Qualifizierungsoffensive von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). In der Praxis allerdings ist Weiterbildung derzeit nicht der Standard, sondern eher die Ausnahme. Das zeigt eine neue Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Diesem "Weiterbildungsatlas" nach haben 2012 hierzulande nur 12,6 Prozent aller Menschen über 25 Jahren eine allgemeine oder berufliche Weiterbildung gemacht. Drei Jahre später waren es mitnichten mehr, sondern mit 12,2 Prozent sogar weniger. Hinzu kommen große regionale Unterschiede. Schlusslicht ist das Saarland, wo nicht einmal acht Prozent der Menschen sich weiterbildeten; am besten sieht es noch in Baden-Württemberg mit 15,3 Prozent aus. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich ausgerechnet Geringqualifizierte besonders selten weiterbilden.

Dass sich das lohnen kann, zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags zum Thema Aufstiegsfortbildung. Seit 1970 ermitteln die Kammern alle fünf Jahre den Weiterbildungserfolg all jener, die zum Beispiel einen höheren Abschluss als Industriemeister, Fachwirt oder Bilanzbuchhalter gemacht haben. 65 Prozent der rund 17 000 befragten Absolventen der Prüfungsjahrgänge 2012 bis 2017 sind demnach der Meinung, ihre Weiterbildung habe einen positiven Effekt auf ihre berufliche Entwicklung gehabt - messbar etwa in einer höheren Position, einem sichereren Arbeitsplatz oder mehr Geld. Dass ihre Weiterbildung sie persönlich weitergebracht habe, berichteten sogar 85 Prozent der Absolventen. Das zentrale Motiv für eine höhere Berufsbildung ist für zwei Drittel der Absolventen der Wille zum beruflichen Aufstieg. Knapp die Hälfte erhofft sich ein höheres Gehalt.